Maifrischer Bärlauch meets Scones

„Die größte Gefahr ist, dass man seine Naivität verliert“ hat Libeskind in einem Interview gesagt. Ein schöner Satz, eine gute Lebensweisheit, die ich mir gleich aufschreiben musste. So passend kam sie gerade daher.
Mir ist sie ein wenig abhanden gekommen die Naivität in letzter Zeit. Auf einmal war das was schief gehen könnte, was nicht so lief sehr viel präsenter, als das was möglich wäre, auch wenn es noch so unmöglich scheint.

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Aber jetzt ist der Mai da und der macht bekanntlich alles neu. Und er bringt den Bärlauch. Und wie naiv zu glauben, der würde nur für Pesto taugen.
Auch in Scones macht er sich vorzüglich. Schnell zusammengerührt und gebacken ist er zudem.

Bärlauchscones
[inspiriert von hier]

  • 460 Gramm Dinkelmehl
  • 1 Teelöffel Salz
  • etwas Pfeffer
  • 1 Päckchen Weinsteinbackpulver
  • 125 Gramm kalte Butter
  • 250 Milliliter Milch
  • 1 Ei
  • 1 Bund Bärlauch

Mehl, Salz, Pfeffer und Backpulver vermischen. Den Bärlauch in Streifen schneiden. Das Ei und die Milch unter die trockenen Zutaten mischen. Kleine Buterstücke schnell unterrühren. Nur kurz verkneten, so dass alles lose zusammenhängt. Egal wie naiv, treat your scones right, das heißt nicht überkneten. Den Teigklumpen etwas flach drücken, Dreiecke schneiden und bei 200 Grad für 20 Minuten in den Ofen geben. Am besten noch warm essen.

Neugierig sein nicht vergessen.
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4 Comments
  1. Herr R.

    2. Mai 9:49

    Ja die fehlende Leichtigkeit hat ganz schön Gewicht. Vielleicht brauchen wir ja die gelegentliche Schwere, um die Leichtigkeit als solche wieder spüren und genießen zu können. Auch wenn man in diesen Momenten gut und gern darauf verzichten könnte. Und vielleicht sollte man den aufziehenden Möglichkeiten einfach ihren freien Lauf lassen anstatt sie zu denken. Aber das sind schon jede Menge Konjunktive ….

  2. Katja

    2. Mai 15:26

    Ich gehe da mit Herrn R. Mit der Wertschätzung der Leichtigkeit. Und dem AUgenmerk. Wahrscheinlich merkt man es erst, wenn sie nicht da ist. Bei mir war sie lange lange im Winderschlaf, alles zäh und schleppend. Die Sonne weckt gerade das Verspielte. Und ich genieße.

  3. Micha

    2. Mai 15:58

    Gegen diese schönen Frühling-Scones gibts rein gar nix einzuwenden – pure Bejahung!
    Dein herausgepicktes Zitat regt allerdings meine Gegenwehr an: Erfahrung ist der Sinn des Lebens. Nur wer sich gegen Erfahrung sperrt, kann Naivität bewahren. Für mich daher das Gegenteil von erstrebenswert…

    • stepanini

      3. Mai 16:26

      Liebe Micha,

      ich habe Naivität in diesem Zusammenhang gesehen als ein Denken im Sinne von: Was wäre, wenn es doch ginge? und das brauche ich manchmal. Allen Erfahrungen zum Trotz, sie vergessen, beiseite legen und machen, auch wenn es schon einmal schief ging. Treibt mich immer wieder um.

      Und Mail kommt.

      Ganz liebe Grüße

      Stephanie

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