Ich fühle mich so Apfel-Cranberry-Pekan-Crumble

Es gibt immer mehr Emojis. Aber nie das passende. Facebook bietet die Gefühlsäußerungen:  „voll motiviert“, „amüsiert“, „begeistert“ an. Das ist nicht nur schlecht übersetzt, das trifft niemals auch nur annähernd das, was in mir vor sich geht. „Voll motiviert“ ist alleine das, was einem amerikanische Konzerne als adäquates Gefühlsspektrum zugestehen.

Nicht dass es einfach wäre zu wissen, was man fühlt, geschweige denn es auszudrücken. Das macht die neue Ausdrucksform der Emojis nicht leichter. Bin ich nur betrübt oder schon traurig und welches Adjektiv ist das richtige für die Schwere, die manche Tage mit sich bringen und die dann stetig über einem hängt?

Sich zu fragen, ob ich mich gerade gespannt, erwartungsvoll, neugierig, gelangweilt, uninteressiert, überdrüssig selbstbewusst, stolz, aufrecht, verletzt, ausgenutzt, sicher, stark, klar, mutig, vorsichtig, furchtsam, verängstigt, erfüllt, begeistert, fasziniert, frustriert, missmutig, deprimiert, fröhlich, heiter, gut gelaunt, enttäuscht, desillusioniert, minderwertig, verärgert, gereizt, sauer, entspannt, vertrauensvoll, optimistisch, traurig, niedergeschlagen, melancholisch, sehnsüchtig, misstrauisch, argwöhnisch, feindselig, respektvoll, anerkennend, wertschätzend, scheu, schüchtern, befangen, leicht, frei, ungezwungen, abgelehnt, zurückgewiesen, verkannt, engagiert, inspiriert, dynamisch, isoliert, allein, einsam, empört, wütend, zornig, mitfühlend, verständnisvoll, müde, lustlos, gelähmt, leer, aufgeregt, wach, frisch, schuldig, zerknirscht, reuevoll, zufrieden, behaglich, wohl, neidisch, missgünstig, bitter, befriedigt, dankbar, einverstanden, verliebt, gequält, verzweifelt, erstaunt, überrascht, verwundert, eifersüchtig, rivalisierend, besorgt, ängstlich, in Panik, zugeneigt, liebevoll, warm, gütig, gekränkt, verletzt, betrogen, berührt, gerührt, ergriffen, unzufrieden, unwohl, mürrisch, kreativ, ideenreich, lebendig, unruhig, nervös, gestresst, geliebt, gemocht, begehrt, fremd, verloren, ohne Bezug, friedlich, still, ruhig, gelassen, ohnmächtig, schwach, hilflos, ausgeglichen, harmonisch, verwirrt, unsicher, dumpf, verliebt, sexy, ertappt, bloßgestellt oder beschämt fühle, kann sowohl aufschlussreich als auch interessant sein.

Wonach ist mir denn? Ein wenig verzagt, aber noch nicht traurig. Mir ist nach Apfel-Cranberry-Crumble. Das Thema, wie Essen mit Gefühlen verwoben ist, ist ein zu weites Feld. Aber der Crumple ist wirklich sehr fein. Sehr fein, weil ich das Säuerliche der Cranberries mag, das Frische der Äpfel und das Nussige als Zugabe. Nicht zu süß und warm. Warmes ist immer wohltuend.

Apfel-Cranberry-Pekan-Crumble
für Tage an denen man nichts oder zu viel von allem fühlt

  • 4-5 Äpfel
  • 1/2 Tasse Cranberries
  • 1/4 Tasse brauner Rohrzucker
  • 1/2 Teelöffel Zimt
  • 1 Vanilleschote
  • 1 Prise Meersalz
  • 4 Teelöffel Kokossöl und noch etwas mehr zum Fetten der From
  • 1/2 Tasse Pekannüsse
  • 1/2 Tasse Walnüsse
  • 1/4 Tasse gemahlene Mandeln
  • 1/4 Tasse Haferflocken

Ofen auf 200 Grad vorheizen. Äpfel kleinschneiden und mit den Cranberries vermischen. Pekannüsse und Walnüsse klein hacken (nicht zu klein). Die Nüsse mit den Mandeln, Haferflocken, Zimt, Salz und Zucker und dem Kokosöl vermischen. Die Schale fetten. Äpfel und Cranberries in der Schale verteilen, die Nuss-Haferflockenmischung obendrauf. Zum Schluss nochmals mit etwas Zucker bestreuen und noch ein paar Kokosölflocken. In den Ofen für mindestens 30 Minuten.

1000 Gefühle, für die es keinen Namen gibt wie das Glück, ohne Gepäck zu reisen – ein schönes Buch, durch das man gerne bei einem Stück Apfel-Cranberry-Crumble blättern kann.

1 Comment
  1. Shirley | live4happiness2day

    13. Februar 10:29

    Wunderbar-wohlig-warm-melancholisch-hoffnungsvoll geschrieben. Danke für die Inspiration. 🙂

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