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Aufgelistet: Kurzfristige Zerstreuung

Aufgelistet: Kurzfristige Zerstreuung

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Norah Ephron hat eine Liste geschrieben, auf die ich immer wieder zurückkomme: Was ich gerne gewusst hätte. Das reicht von dem Ratschlag nur einen Mann zu heiraten, von dem man sich auch scheiden lassen würde bis zu dem Tipp seine Couch nur mit etwas zu bedecken das dem Farbraum Beige entstammt oder dass wenn der Schuh schon im Laden nicht passt, er nie richtig passen wird.

Meine Liste ist ebenso lang, aber weniger aufs Lebensratschläge ausgerichtet, denn auf kurzweilige Zerstreuung. Quasi den Corona-Umständen angepasst, denn weiter als zwei Wochen kann man aktuell nicht planen. Für ein wenig Leichtigkeit in diesen Tagen ist hiermit aber zumindest gesorgt.

  • Spitzkohl ist ein unterschätztes Gemüse. Gebacken mit Schnittlauch-Hollondaise allerdings Sternekoch-verdächtig.
  • Ich bin aus Rohheit romantisch“. Kurz sacken lassen diesen genialen Satz und dann das ganze Gespräch hören, in dem er fällt. Ein Interview mit Wolf Wondratschek und seine Gedankensprünge, seine Passion sind einfach großartig. “In unseren öden, weichgespülten Zeiten ist Wolf Wondratschek Doping für Literatur” hat ein Journalist einmal über ihn gesagt und nach diesem Talk versteht man etwas besser, was er damit meint.
  • Dieses Lied. So wunderschön melancholisch, chillig. Für die Arbeit im Homeoffice oder fürs faul auf dem Sofa liegen.
  • Ein wunderschöner Artikel von Ronja von Rönne über den November. Ja, der ist quasi vorbei, aber die Tatsache, dass man aus diesem grauen Monat einen Text schreiben kann, will gefeiert sein und eine Quintessenz darin ist problemlos auf den Dezember zu übertragen: “Was man nicht ändern kann, muss man akzeptieren. Das behaupten die Stoiker, die elenderweise ja doch immer recht haben, und das gilt mehr als zu jeder anderen Jahreszeit für den November. Und weil akzeptieren schwierig und was für Leute ist, die auf UV-Lampen schwören, braucht man eine andere Strategie: Was sich nicht ändern lässt, sollte man aus reinem Trotz immerhin feiern.”
  • Warum wir in der Liebe den falschen Partner wählen. Ein guter Artikel.
  • Neues Lieblingslied. Überhaupt das ganze Album. Groß!
  • Der Soziologe Harald Welzer hat ein neues Buch geschrieben. “Nachruf auf sich selbst“. Es ist schlau, es ist klug, es ist eigentlich genau das Richtige für diese Zeit. Im Alltag stecken wir in einem Strudel fest, unterliegen all den Anforderungen, die an uns gestellt werden. Die große Frage, wie wir leben wollen, wofür wir stehen, stellen wir uns nicht. Wer will ich gewesen sein? Er versucht eine Antwort darauf zu geben. Wem das Lesen zuviel ist, hier ist er im Interview.
  • Für all diejenigen, die kein Bananenbrot backen, sich keine neuen Skills angeeignet haben: Hier habt Ihr es schriftlich. Alles richtig gemacht! Ein Lob, ein Hoch auf die Faulheit.
  • Wem doch nach Backen ist: Meine liebste Anlaufstelle.
  • Wolfgang Hermsdorf war ein großer Autor. Arbeit und Struktur ist traurig und schlau und klug. Entdeckt, dass es posthum eine Seite über ihn gibt, die seine Arbeiten und auch seine Malerei sammelt. Noch einmal eintauchen in die Welt eines ganz Großen.
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Kommt gut durch diese Tage. Und falls das alles nicht geholfen hat, schon Genazino kannte dieses Gefühl.

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“Ich erleide so etwas ähnliches wie eine Ermattung durch zu viel Wirklichkeit.”

Wilhelm Genazino
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