21. Juli

das gedruckte Internet

Das Bild ist nicht von mir, sondern von der talentierten Jules. Die Bilder darin sind allerdings von mir. Die Texte auch. Es ist ein Independent Publishing-Projekt von Anselm und Lina. 

Lina war der erste Mensch, den ich nur über das Internet kannte und dann „in echt“ getroffen habe. Ich mochte ihren Blog sehr, wir hatten gemailt, es ergab sich, dass ich gerade in Berlin war und am Sonntagnachmittag Zeit hatte. Was war ich nervös. Man hört und liest ja die wildesten Sachen über Menschen, die sich im Internet präsentieren. Könnte in Wahrheit auch jemand ganz anders sein. Und wie bei einem echten Blind Date hatte ich mich vorsichtshalber erst einmal nur für eine Stunde verabredet. Die bekommt man immer überbrückt, dachte ich mir. Auf das Arrangieren eines fingierten Anruf  wegen eines Notfalls weswegen ich ganz schnell weg müsste, habe ich verzichtet. Und dann? Dann war es wie das Treffen mit einer Freundin, die ich schon sehr lange kenne. Was der andere mag und denkt, das Alltägliche, das normalerweise zum Einstieg dient, weiß man ja bereits über das Netz. So kann man viel tiefer einsteigen. Gamer würden sagen man überspringt ein Level. So landet man dann gleich bei dem was einen umtreibt, berührt, nachdenklich macht. Die Geschichten hinter der Geschichte.
So war es dann auch. Es war so vertraut, dass aus einer Stunde drei wurden und dann noch viele weitere Abende, ein Konzertbesuch im Pianosalon, Kaffeehaustreffen oder ein spontanes im Park, ein Besuch in München zum Essen und ein kleines Hauskonzert zu meinem Geburtstag, das ich nie vergessen werde, folgten. Ich möchte sie nicht mehr missen. Das Mädchen mit den Locken und den fabelhaften Anselm. Weil sie Menschen sind, die machen statt nur darüber zu reden, und so neben ihrem täglichen Tun publizieren. Einfach weil sie es gerne tun, weil sie Freude an Gedrucktem haben, weil sie die Dinge in die Hand nehmen. Das heimatzine war ein solches Projekt. Eines, das dazu diente die künstlerische Arbeit von Freunden zu fördern.
Und jetzt gibt es ein neues. Archiv e. Das Internet, beziehungsweise jeweils ein Blog in gedruckter Form. Der Flüchtigkeit Bestand geben ist sein Anspruch. Ich fühle mich geehrt, Teil davon sein zu dürfen.
Es sind nur noch fünf Tage.  Geschafft.
Jetzt seid Ihr im Bilde. Darüber was das Internet so alles kann. Also die Menschen dahinter. 

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3 Responses

  1. Patricia sagt:

    Das ist ja eine tolle Sache ich bin begeistert ! Ist das Buch ein Einzelstück oder kann ich es auch erwerben, das habe ich nicht so ganz verstanden.
    Liebe Grüße, Patricia

  2. stepanini sagt:

    Liebe Patricia,
    es ist ein Magazin auf schön gedrucktem Papier. Gedruckt werden 1.500 Stück auf hochwertigem Papier und wenn es angenommen wird, gibt es eine zweite, dritte und hoffentlich ganz viele Auflagen. Mit anderen Blogs dann.
    Jetzt hängt es noch daran, ob sie das Crowdfunding schaffen für die erste Ausgabe. Auf startnext ist der Link. https://www.startnext.com/archivemag

    Schöne Grüße aus Südfrankreich und einen schönen Tag Dir

    Stephanie

  3. mortgage sagt:

    108 487332Enjoyed examining this, really good stuff, thanks . 500525

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