6. Februar

Immer schön eins nach dem anderen

Das ist eine Tarte für die moderne, digitale Frau. Natürlich weil sie wunderbar schmeckt und die adäquate Belohnung für einen Tag des Mutitasking ist. Aber auch weil sie die perfekte Lehrmeister dafür ist, nur eine Sache gleichzeitig zu machen. Die Tatsache, dass ich am Computer immer mindestens zehn Tabs gleichzeitig auf habe und munter zwischen Mails, Konzepten und Powerpoints hin- und herspringe, verleitet mich oft zu der Annahme dieses Prinzip liese sich auf den Rest des Lebens auch übertragen. Wobei mir gerade einfällt, dass das schon immer so war, aber die mantra-artige Wiederholung meiner Mutter: „Mach doch eines nach dem anderen“ wollte nicht fruchten.

Diese Tarte schafft es. Weil es anders nicht geht. Das muss natürlich jeder für sich selbst herausfinden. Bei mir ging die Rechnung während des Kandierens schon mal die Schokolade zu  Schmelzen oder den Teig rauszunehmen nicht auf. Weshalb es vier Anläufe und zwei Sonntagvormittag gebraucht hat, bis es endlich geklappt hat. Eines nach dem anderen. Minze kandieren. Warten. Teig zubereiten. Warten. Backen. Auskühlen lassen und ja, warten.

minzblattkuchen - Kopie

kandierte Minze-Schokoladen-Tarte
[hier gesehen, Rezept abgewandelt]

für die kandierten Minzblätter
* zwei Handvoll Minze
* ein Eiweiß
* Zucker

Die Minzblättter vorsichtig mit einem Pinsel dünn mit Eiweiß bestreichen. Auf ein Blech mit Backpapier legen. Vorsichtig mit wenig Zucker bestreuen.  [Bei zu viel Zucker ist die Blattstruktur nach dem Trocknen nicht mehr zu sehen). Trocknen lassen, was bis zu acht Stunden dauern kann.

für den Teig/ Pate Brisée
* 250 Gramm Mehl
* 1/2 Teelöffel Salz
* 125 Gramm Butter
* 80 ml eiskaltes Wasser

Die Butter in kleine Stücke schneiden und auf das Mehl geben. Zerkrümmeln. Salz hinzugeben und schließlich mit dem kalten Wasser zu einem Teigklumpen zusammendrücken. Butterflocken sollen noch sichtbar sein. In Frischhaltefolie wickeln und für eine halbe Stunde in den Kühlschrank. In eine gefettete Tarteform ausrollen, mit der Gabel einstechen, mit Backpapier belegen und beschwert mit Linsen/ Erbsen, damit er nicht aufgeht für zwanzig Minuten bei 210 Grad in den Ofen.

für die Schokoladen-Ganache
*  250 ml Sahne
* 225 Gramm Schokolade
* 4 EL Butter

Alles über dem Wasserbad schmelzen.

Die Schokoladenganache auf die abgekühlte Tarte gießen und mit den Minzblättern bedecken.
minzblattkuchen

Die Belohnung ist ein Kuchen, der so schön aussieht, dass ich fast versucht bin zu warten, ihn anzuschneiden. Und der so minzig schmeckt, dass ich nur esse und nicht nebenbei noch lese, kurz Mails checke und mit dem Handy spiele.

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6 Responses

  1. Susanne sagt:

    😉 leider für mich zur Zeit keine Minze – ich liebe diese ‚kleinen‘ Backprojekte!

  2. Daniela sagt:

    welch zauberhafte praktische ANNÄHERUNG zu einem Thema das mich selbst so beschäftigt – es gibt kein Multitasking – und ich erkenne mich wieder in Worten die du schreibst … dir VIELEN DANK.

    mit Herzensgrüßen aus Tirols Bergen
    ✿◠‿◠)✿….

    (und auch meinem Blog gibt’s auch einen Appell gegen das Multitasking: http://www.danielahutter.com/2014/01/21/ein-appell-gegen-das-weibliche-multitasking/ )

  3. Theresa sagt:

    auch ich fühle mich ertappt. So viel, so oft, so auf einmal. Vielleicht sollte ich es auch einmal mit dieser Tarte versuchen! Liebe Grüße!

  4. Christiane sagt:

    Sieht köstlich aus! Machst Du ihn mit weißer oder dunkler Schokolade?

  5. stepanini sagt:

    Liebe Christiane, da ich mehrere Versuche hatte, habe ich beides probiert. Weiß mochte ich, aber auch eine Mischung aus Vollmilch- dunkler Schokolade war gut. Hatte so eine After-Eight-Note.

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