18. Juni

was zurückbleibt

In der U-Bahn erzählt eine ältere Frau ihrer Bekannten, dass der Arzt zur Magenspiegelung geraten hat. Das hätte sie spannend gefunden. Das sei doch auch eine Gelegenheit. Biologie sei immer ihr Lieblingsfach gewesen und mal so ins eigene Innere sehen zu können und zugucken, was da drin so vor sich geht – wer könne das schon. Aber jetzt hätte sie erst einmal einen Zettel bekommen, was alles passieren könne. Das sei einiges! Das hörte gar nicht mehr auf. Sie sei jetzt zögerlich. Sie müsse zuerst einmal ein Testament machen und aufräumen. Aufräumen.

Wie stark das Bedürfnis, etwas aus seinem Leben zu hinterlassen im Menschen doch verankert ist.
Und wenn es nur eine saubere Wohnung ist.

One Response

  1. Taija sagt:

    Hinterlassen , sortieren oder entfernen…das ist eine Frage der individuellen „finalen“ Zielsetzung. Ein gutes Gespräch. Hab Dank.
    Hier noch ein kleines Linkgeschenk für Dich ( sofern Du es nicht schon gefunden hast..), über einen schmerzlich vermissten Zeitgenossen, der zum Glück auch ordnete, und etwas hinterließ:
    http://www.ardmediathek.de/radio/Feature/Erinnerungen-an-Roger-Willemsen-Freig/Deutschlandfunk/Audio-Podcast?bcastId=21627416&documentId=42793772
    Ein sehr schönes Erinnern.

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