Monate: Februar 2013

gehen

„Auf Zehenspitzen auf und davon, die Tür im Weggehen nur angelehnt, als wäre das, was verletzt, das Geräusch und nicht der Umstand des Gehens selbst.“ aus: Selbstporträt mit Bonaparte

richtig verkehrt

Falsch abgebogen und an einem herrlichen Flecken gelandet. Kann nur in Berlin passieren. Im Weekender diesen Satz gelesen: „..außerdem sind heute alle gerne etwas von allem, aber nichts ganz. Grafiker-Webdesigner-Galerist-Restaurantsbesitzer zum Beispiel.“ Mich gefragt, ob mich dieser Satz traurig oder froh stimmen soll. Froh, weil ich auch gerne Grafiker-Webdesigner-Galeristin und nicht Restaurant-, sondern Cafebesitzerin wäre. Und zwar nicht diese vier Berufe in mir vereine, dafür aber andere. Traurig, wegen des ersten Satzes. Wenn ich von allem etwas bin, bin ich dann nichts ganz? Darüber grüble ich. Weil gekommen ist es so, dass ich im Leben manchmal eine Abkürzung, den ein oder anderen Umweg genommen, zu früh ausgestiegen, zu spät abgesprungen bin und so da gelandet bin, wo ich jetzt bin. Noch nicht am Ziel, bei weitem nicht ganz. Aber mehr ganz, als wenn ich den einen, geraden Weg gegangen wäre.

nachdenklich

Schon lange ist es her, dass ich in diesem Film war. Groß, sind die Spuren, die er hinterlassen hat. Ich bin voller Bewunderung für dieses klare Denken und den Mut, sich gegen die gängige Meinung zu stellen. Da ging eine ihren Weg. Auf dem Rückweg von Berlin trieb es mich dann hier hin. Bedrückend. Doch die süße jüdische Französin, die durch die Austellung führte, nahm der Betroffenheit die Schwere und ermahnte zum Denken.

Montagsmögen

Jeden Montag, zwei die, ich mag: Dieses Bild [1], weil es drei meiner liebsten Dinge vereint: Streifenshirts, Haarknoten und Gemaltes. Und [2] diese Slipper. Weil Slipper quasi die offizielle Entschuldigung sind, den ganzen Tag in gutaussehenden Hausschuhen herumzulaufen.

bewusst

„Wir betreten eine Kneipe, und Du bist dir bewusst, dass alle Blicke nur dir gelten. Wir betreten eine Kneipe, und ich bin mir ebenfalls bewusst, dass alle Blicke nur dir gelten. Für dich ist das gleichbedeutend mit Selbstvertrauen. Aber ich? Ich spüre nichts als Zweifel.“ aus: Das Wörterbuch der Liebenden, David Levithan

Punktlandung

Irgendwann kommt er. Der Punkt, an dem es läuft. Vorhersehen kann ich es nicht. Ich quäle mich Wochen- und Monatelang mit dem Thema. Gehe schwanger mit Überlegungen. Es zieht Kreise im Kopf und Bahnen im Gehirn. Und dann auf einmal ist der Knoten geplatzt und es läuft, fließt so vor sich hin. Ganz leicht und ohne Mühe. Als hätte ich nie etwas anderes getan.

goldig

Ein Besuch vor Ort war geplant. Das Leben kam dazwischen. Aber zierratundgold funktioniert auch per Post. Nicht irgendeine Post. Sie ist liebevoll eingepackt, gedankenvoll – eben so wie der Laden selbst und die Person dahinter zu sein scheint. Dieser Zierrat ist bei mir eingezogen und vergoldet mir das Leben.

aufgelistet: Listen

“I just had eighteen straight scotches. I think that’s the record.” So endete Dylan Thomas am 9. November 1953. Das brachte mich auf die Idee zu „aufgelistet„. Denn Listen schreiben gehört zu den befriedigendsten Dingen, die ich mir so vorstellen kann. Aufgelistet: meine Lieblingslisten. – was ich noch aus dem Supermarkt brauche – was ich alles im Leben noch machen möchte – welche Bücher ich alle noch lesen will – was ich heute schon erledigt habe – was ich alles morgen machen werde + gestern machen wollte und deshalb übertrage – welche Länder ich unbedingt noch bereisen möchte – welche Rezepte, ich noch ausprobieren muss – welche Konzerte und Künstler ich live erleben will – welche Wohn- und Umstellungsaktionen ich noch plane Aufgelistet: Listen, die ich mal lieber führen sollte. – was ich diesen Monat/heute ausgegeben habe – welche Bücher ich mir ausgeliehen und noch nicht zurückgegeben habe – wann der letzte Zahnartztermin war und diese Monatsgeschichte – wie viele perfekte blaue Chinos schon im Schrank sind. Für den Fall der Fälle, dass ich überlege, mir …

verwirklicht

„Vielleicht ist aber auch unsereins der Dumme, weil er denkt, in diesen einfachen Tätigkeiten sei keine Erfüllung zu finden. Wir denken ja immer, man müsse sich selbst verwirklichen und hinter einer Supermarktkasse ginge das nicht. .. Und die wichtigste Frage: Wer bin ich? Was will ich? Und was gibt es da zu verwirklichen? Ich weiß nur, was ich nicht will.“ aus: So was von da, Tino Hanekamp

verentliebt

Französische Filme. Komödien. Niemals platt, immer leicht, unbeschwert und doch intelligent. Wie französisches Essen, französische Mode – eben alles, was aus diesem Land kommt so ein gewisses Etwas hat. Nicht aufdringlich, sondern subtil. Dieser ist so einer. Erzählt die Geschichte über das Ver- und Entlieben.  Zum Lachen, aber auch irgendwie weinen. Ach, ich weiß auch nicht. Ich bin verliebt. In den Film. In alles Französische. In gute Komödien. Und sonst noch sehr viel.

unerträglich

„Ihre Begeisterungsfähigkeit ist riesig, aber extrem kurz. Sie ist wie ein Schmetterling, der sicher ständig neu verpuppt. Sie sagt, das Leben sei zu kurz, um sich mit Dingen aufzuhalten, die einem nichts bedeuten. Leider ist sie auch noch schön, figürlich wie Kate Moss, weil keine Zeit zum Essen, und mit einem Lachen wie Sophia Loren, also erschütternd. Sie ist von allem zu viel. Das halten die Typen nicht aus.“ aus: So was von da, Tino Hanekamp