bis hierhin und wie geht es weiter

“Wenn es bei jeder Gabelung darauf ankommt, nicht bei denen zu landen, die übrig bleiben und auf eine “zweite Chance” warten, weil der Lebenslauf keine langen Linien, sondern nur noch kurze Strecken vorsieht, dann ist die Angst tatsächlich, wie es bei Kierkegaard heißt, “die Wirklichkeit der Freiheit als Möglichkeit vor der Möglichkeit” geworden.

Die Angst kommt daher, dass alles offen, aber nichts ohne Bedeutung ist. Man glaubt in jedem Moment mit seinem ganzen Leben zur Disposition zu stehen. Man kann Umwege machen, Pausen einlegen oder Schwerpunkte verschieben; aber das muss einen Sinn machen und zur Vervollkommnung des Lebenszweckes beitragen. Die Angst, einfach so dahinzuleben, ist schwer ertragbar.”

aus: Gesellschaft der Angst von Heinz Bude

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8 Comments
  1. Marlene

    8. März 16:23

    Passt gerade richtig gut, und ist auch eine Bestätigung, mal eine Bewerbung zu schreiben, obwohl die Chancen gering scheinen.
    Danke!

    • stepanini

      8. März 18:12

      Liebe Marlene, bewerben, sich trauen, es wagen ist immer gut. Mach das.
      Mut lohnt sich immer. Daran glaube ich ganz fest.
      Was hast Du zu verlieren?

      Das Buch greift eher die Statusängste auf, das ständige Vergleichen. Ich mag es sehr, obwohl ich noch nicht so weit bin, weil es auch die diffuse politischen Ängste gerade gut einordnet.
      Liebe Grüße

      Stephanie

  2. Gerhard

    8. März 21:40

    Auch wenn ich Trüffel sehr liebe, bin ich noch nie auf die Idee gekommen, diese selbst zu machen. Das werde ich nun jedoch auf jeden Fall ausprobieren! Danke für diesen schönen und inspierenden Post.

    PS. Die Bilder in diesen ( und auch bei anderen Posts ) sind sehr groß: 3800 Px breit. Das ist kein Problem, wenn man hinter einem DSL Anschluss sitzt, aber auf Mobilgeräten ist ein Post mit 12 MB an Bildern ein ganz schöner Brocken…

    PPS. Neues Theme? Schaut auf jeden Fall super aus.

  3. Katharina

    9. März 9:10

    Ein schöner Textauszug. Ich frage mich, wann die „Die Angst, einfach so dahinzuleben“ zur Angst wurde. Eine Frage, die mich persönlich sehr beschäftigt. Das Buch klingt verlockend. Hast du Status Anxiety von Alain de Botton gelesen? Schlagen beide nicht in dieselbe Richtung?

    Liebst, Katharina

    • stepanini

      9. März 21:41

      Ja, Statusangst war neben dem Marcel Proust mein Allain de Botton-Einstieg. Bin noch nicht durch, aber de Botton geht eher auch auf das Historische ein und wie sich die Wahrnehmung von Status in der Geschichte verändert hat. Hier ist es mehr eine soziologische Sicht darauf. Finde es gut und mich manches Mal wieder, ebenso wie vieles aus den Nachrichten. Die diffusen Pegida-Ängste, Abstiegsängste… die in einem gesellschaftlichen Kontext ist dann die de Botton-Ergänzung. Für ein angstbefreites Leben oder so.

      Liebe Grüße

      Stephanie

  4. julie

    9. März 16:56

    Das Buch werde ich lesen. Auch gegen das temporäre Angsthasensein!

  5. M i MA

    9. März 18:51

    sehr passend aktuell. danke fürs finden und teilen. xx i.

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