alles sonst so, denken
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über den Weg

wandern_tut - Kopie (2)„Häufig verfallen Aufschieber auf genau die falsche Strategie. Sie schrauben ihre Verpflichtungen auf ein Minimum herunter in der irrigen Annahme, wenn sie nur noch wenig zu tun hätten, dann würden sie aufhören zu zaudern und ihre Aufgaben abarbeiten. Aber dieses Strategie läuft ihrer Natur vollkommen zuwider und zerstört ihre wichtigste Motivationsquelle. Die wenigen auf der Liste verbliebenen Aufgaben sind natürlich von hoher Priorität; um ihnen aus dem Weg zu gehen, bliebe nur noch Nichtstun übrig. So wird man zur Couchpotato, nicht aber zu einer leistungsfähigen Persönlichkeit.“

aus: Einfach liegen lassen von John Perry

4 Kommentare

  1. vorgeschoben: ich schaetze deinen blog. er fordert mich, bringt mich zum nachdenken. erzaehlt von deiner liebe zur literatur.

    hinterhergeschoben: ich nehme mir nun einmal das recht heraus eine kritische, vielleicht auch bissige frage zu stellen: wie kann man als buchfreundin dieser tage noch ohne bauchgrummeln das affiliate programm amazons nutzen?

  2. Liebe Rike, klar, frag kritisch.
    Ich weiß nicht, warum ich ein Bauchgrummeln haben sollte.
    Ich beobachte diese Diskussion in dieser Blogwelt um Professionalisierung und Einheitsbrei und habe mir noch keine abschließende Meinung gebildet, aber einen Weg für mich gefunden. Ich störe mich nicht an kommerziellen Blogs, blättere die halt durch wie ein Magazin. Ich glaube, genug Medienkompetenz zu haben.

    Für mich ist der Blog einfach mein Hafen. Ich liebe diesen Ort. Und meinen Job, der mit Bloggen oder dem allen hier nichts zu tun hat und mir das Geld einbringt, um davon zu leben.

    Ich will leben und darüber bloggen zu können, nicht bloggen und davon leben zu können. Weil mir die Freiheit und Unabhängigkeit wichtig ist.

    Aber… Ich habe auch echt nichts gegen Geld.
    (und diese klare Kategorisierung Geld ist böse, Anti-Kommerzialisierung immer gut lässt meinen Bauch oft grummeln).
    Und wenn jemand mit Bloggen Geld verdient, ist das okay. Ich möchte es nicht, weil es mich etwas berauben würde, was mir am wichtigsten ist: Freiheit. Die Freiheit fehlt mir persönlich bei Sponsored Posts. Ich kann nicht gewährleisten, dass ich dann wirklich frei meine Meinung schreibe. Da ist die soziale Erwünschtheit, jemand hat mir was geschenkt, zahlt mir was – wie soll ich da auch etwas Negatives einfließen lassen. Aber affiliate habe ich eben diese Freiheit. Weil ich mir das Buch gekauft habe, mochte und völlig frei meine Meinung sage. Ich lasse bei amazon viel, viel Geld und freue mich, wenn ich mir ab und zu ein neues kaufen kann. Ich freue mich selbst auch immer, wenn jemand verlinkt. Tolle Backform, die ich im Blog sehe und gleich der Link dazu. Super. Erspart mir Arbeit und Mühe und wenn er dafür Prozente bekommt, ist das für mich vollkommen in Ordnung. Und so sehe ich es auch für mich.

    Das war jetzt eine sehr lange Mail – was denkst Du? Warum macht Dir affiliate Bauchgrummeln?

  3. danke fuer deine rueckmeldung!

    mir ging es gar nicht um die frage nach der kommerzialisierung von blogs. oder um ein harsches statement gegen den konsum.

    ich wollte vielmehr auf die rolle amazons in bezug auf autoren, das verlagswesen und den buchhandel abzielen. kurz vor den wahlen und in der auseinandersetzung mit ttip&co ist das bauchgrummeln da noch groeßer als zuvor.
    amazon liefert ein feindbild, dass es einem einfach macht, die anderen mechanismen auszublenden. zugegeben. aber fuer mich ist es zugleich ein einfaches mittel mich ‚dagegen‘ zu positionieren.

    ja, ich kuschel mich gern an die illusorische vorstellung, dass es auch anders geht. vielleicht unbequemer und langsamer. vielleicht auch mal teurer, aber angemessener in bezug auf die wertigkeit. den preis zahle ich dann gern. und es waechst in mir der gedanke, dass es so etwas wie eine bequeme freiheit nicht gibt.

  4. Liebe Rike, heute abend ausführlicher. Über einfach, weil da so viel drinsteckt. Freue mich drauf.

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