Sommer satt: Ein bisschen Tel Aviv in München

31. Juli

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19227934820_7a58c4901a_k 19409274662_8d7ea7da98_k 19227912828_24f75db442_k 19227899730_faec8d21c3_k 19415472995_49bbbb44b0_kDer Sommer macht wahrscheinlich jede Stadt lebenswerter. Aber München, München ist im Sommer unvergleichlich. Abends mit einem Bier an der Isar zu sitzen in der Abendsonne, an der Glyptothek entlangradeln und erschlagen sein von der monumentalen Größe und der Geschichte, früher aus dem Büro gehen und im Biergarten alles viel relativer sehen oder sich im Englischen Garten verlaufen – das geht nur hier und nur hier so schön. Und wenn einen doch ein wenig das Reisefieber packt: Es gibt ein neues, sehr schönes, kleines israelisches Restaurant in Haidhausen. Im Juli eröffnet. Das Nana. Im Sommer sitzt man fast auf der Straße und es gibt diese Limonade mit Minze, die es auch in einer Alkohol-Variante gibt und die so gut schmeckt, dass man immer gleich nochmal eine bestellt und noch eine, weil man eh schon haufenweise Minze zwischen den Zähnen hängen hat und sie so süffig schmeckt. Es gibt bestes, noch leicht warmes Fladenbrot mit einem Humus-Teller. Es gibt das Wohlfühl-Essen schlechthin: Shakshuka und so vieles mehr. Die Besitzer sind so herzlich, dass man sich beim ersten Besuch schon als Stammgast fühlt, die Luft ist lau, der Ort ist klein und deshalb vielleicht auch so einladend und heimelig, es ist wunderbar unprätentiös und das Essen so gut, weil es einfach ist, schlicht und doch mit dieser etwas anderen Note. So fühlt sich Sommer an, so fühlt sich Tel Aviv an in München: Unbeschwert, leicht, ganz entspannt und frei.

Nana
Metzstraße 15

81667 München

Dienstag bis Samstag: 12.00 – 00.00 Uhr
Sonntag: 10.00 – 18.00 Uhr

bestens vorgesorgt für später

30. Juli

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5672644805_755d8a1af4_z„Die beste Vorsorge für das Alter ist, dass man sich nichts entgehen lässt, was Freude macht. Dann wird man später die nötige Müdigkeit haben, und kein Bedauern, dass die Zeit um ist.“ Hat Franziska zu Reventlow geschrieben.
Die Worte sofort verinnerlicht und darauf noch einen Eiskaffee getrunken. Man kann nicht früh genug an später denken, heißt es doch.

La vie. C´est ca.

29. Juli

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Unbenannt-1Ich habe es hier schon gesagt, aber es bedarf einer Wiederholung:
Au revoir Nizza. Du hast mein Haar blonder, meine Beine brauner, meinen Kopf voller und mein Herz leichter gemacht.
Es war sicherlich nicht das Vernünftigste, was ich zum jetzigen Zeitpunkt in meinem Leben tun konnte. Aber ich halte es da mit Joanna: Wer will schon auf seinem Grabstein „Sie hatte ein vernünftiges Leben gelebt, und alles so gemacht, wie man es sollte“ stehen haben?
Au revoir Nizza. Salut München.

Unglaublich, aber wahr: Über eine Frau, ein Buch, das Meer

28. Juli

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19630571626_71d24d641f_c19154909213_19c5754564_c (1)Es gibt vier Worte, die ändern alles, die vermögen einer Geschichte auf einen Schlag mehr Tiefe, mehr Bedeutung zu geben. „Nach einer wahren Begebenheit“. Wenn sie in Filmen auf dem Bildschirm erscheinen, dann geht alles was danach folgt näher und berührt einen mehr. Wie groß die Macht von Hollywood und der Unterhaltungsindustrie auch ist: Der Mensch hat ein sehr feines Gespür für den Unterschied zwischen Fiktion und Realität. Dass etwas tatsächlich so passiert ist und nun nur schöner ausgeleuchtet wird, berührt eine andere Dimension in uns als die rein phantastischen und erfundenen Geschichten.

Wir Deutschen wissen das. Immer noch zu unglaublich ist der eine Teil unserer Geschichte, dass der Gedanke immer wieder aufkeimt, dass das doch nicht wahr sein kann, dass Menschen doch so etwas nicht tun können. Doch. Konnten sie und haben sie. Vom Konjunktiv II zum Perfekt.

Die kleinste Fessel drückt mich unerträglich: Das Leben der Franziska zu Reventlow“ beruht auf einer wahren Begebenheit. Das musste ich mir immer wieder sagen beim Lesen, wenn ich den Kopf schüttle, ob dieser Frau, die sich mit einer Brutalität dem Leben stellt die seinesgleichen sucht. Sie nimmt sich was sie möchte und das können auch mal mehrere Männer gleichzeitig sein, pfeift auf Konventionen, ist unerbittlich mit ihren Forderungen an das Leben und an sich selbst. Lesend leide und fiebere ich mit, wenn ich zusehe, wie sie kämpft mit sich, ihren Wünschen und Träumen. Ihre Unnachgiebigkeit ein Leben als Künstlerin zu leben, ihre Kompromisslosigkeit in Beziehungen sind per se schon intensiv, aber mit dem Wissen im Kopf, dass dies den Lauf ihres Lebens beschreibt, wirken sie nochmals mehr und gehen nah. Mir zumindest.

Ich sitze am Strand und beobachte, wie die Menschen dem Meer begegnen. Da sind diejenigen, die immer dem Wasser den Vortritt lassen. Sie setzen vorsichtig einen Schritt vor den anderen, bleiben immer wieder stehen, warten bis die Wellen auf sie zukommen. Das Wasser muss immer den ersten Schritt machen, erst dann geben sie nach. Befeuchten vorsichtig die Arme, freunden sich mit der Wassertemperatur an, immer mit ein wenig Abstand, bis sie sich schlussendlich doch irgendwann ergeben und ganz eintauchen.
Und dann gibt es die, die Anlauf nehmen, rennen und in die Wellen springen.

Vielleicht zeigt sich in dem, wie man dem Meer begegnet auch ein wenig wie man sich dem Leben stellt. Sich langsam ergeben, wenn es anders nicht geht oder ihm frontal entgegengehen. 
Franziska zu Reventlow, um bei diesem Bild zu bleiben, legt auf der Spitze einer Klippe einen Sprint hin und hechtet rückwärts mit geschlossenen Augen in die Tiefe. Sie nimmt das Leben mit einem Kopfsprung. Sie taucht ein mit einer Gnadenlosigkeit, die ihresgleichen sucht und lässt sich von keiner Welle unterkriegen. Sucht sie geradezu.

Es gibt in diesem Buch viele Momenten in denen ich denke: Nein, tu das nicht. Das wird weh tun, nicht gut ausgehen, sei vorsichtiger, pass auf Dich auf. Selbst wenn sie mich hätte hören können, sie hätte kein einziges Mal gefolgt. Weil es sie die Freiheit gekostet hätte und ihre Lust am Leben und Erleben. Sie hat auch dafür einen Preis bezahlt. Ob der hoch ist, das muss jeder selbst entscheiden.
Aber selbst das ändert nichts. Es war ihr Leben. Nach einer wahren Begebenheit.

Die Sprache ist manches Mal ein wenig schwülstig, aber das macht nichts, weil die Geschichte eine so unglaubliche ist. Der Titel hatte es mir sofort angetan und dann eine Beschreibung ihrer Person auf der zweiten Seite des Buches neugierig gemacht. Ein alter Freund und Weggefährte Erich Mühsam hat über sie gesagt,  „[…] dass von dieser außerordentlichen Frau, dem innerlich freiesten und natürlichsten Menschen, dem ich begegnet bin, gleichmäßig ausgezeichnet von höchstem, weiblichen Charme, gepflegtester geistiger Kultur, kritischer Klugheit, anmutigstem Humor und vollkommenster Vorurteilslosigkeit, in anderen Zusammenhängen mehr zu sagen sein wird.“

Es gibt den Satz und ich weiß leider nicht von wem er ist, aber er besagt, dass einen zwei Dinge am meisten prägen: Die Bücher, die man liest und die Menschen, mit denen man sich umgibt. Sich mit einem innerlich freien und natürlichen Menschen zu treffen und wenn es nur auf Buchseiten ist, ändert etwas. Hat es in mir. Nach einer wahren Begebenheit.

aufgelistet: alles, was das Leben leichter macht

26. Juli

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179Ein paar Dinge, ein paar leichte, die es leichter machen, das Leben. Manchmal verschiebt sich die Perspektive und man denkt, dass wichtig sei, was nicht wichtig ist. 

  • Wie Frauen andere Frauen auf der Straße ansehen. Der kurze Film hat seine Längen, aber einen Satz darin mochte ich so sehr: „And then you have this moment together“. Ich sehe manchmal andere Frauen, so Schöne, gut Angezogene und die fallen mir häufiger auf als Männer und dann ist es genau so. Man sieht sich an, freut sich miteinander und hat diesen kurzen Moment. Du weißt, dass ich weiß, dass Du weißt, dass Du toll aussiehst. Beiderseitige Freude.
  • Nils Frahm. Screws ist immer noch eines der Alben, in dem es exakt zwei Sekunden braucht und ich werde weich. Ich kann es nicht anders ausdrücken. Alltagsfrust, blöde Mails, Dominanzgehabe von Kollegen, Fristen und mein eigener Anspruch, der mich unter Druck sitzt, lassen mich verhärten und ich mache auf eine eigene Art und Weise innerlich zu. Aber dann kommen die ersten Tastenschläge und etwas löst sich in mir. Hier ist sein neuestes Konzert live zu sehen
  • Über Erfolg nachdenken. Sehr wichtig. Dass ihn jeder für sich definieren muss. Dass er sehr anders aussehen kann als das was gemeinhin diktiert wird. Und daran zu denken, es nicht zu vergessen, daran festzuhalten ist lebenswichtig, wenn es draußen mal wieder laut tönt. Das tut es ja ständig. Dann zu wissen, dass das alles gut und schön ist, aber nicht meiner ureigenen Definition von Erfolg entspricht und deswegen schlicht und ergreifend nicht zählt, entspannt ungemein.
  •  Juli. Juli von Heimatpottential, einem Blog über das Ruhrgebiet, aber nicht nur. Ich kenne Juli nicht oder nur rein virtuell, aber ich mochte sie schon immer. Ihre Schnoddrigkeit und das darunter so etwas sehr Weiches und Herzliches durchscheint, dass sie anpackend ist. In diesem Interview wird all das klar und noch viel mehr. Und dieser Post. Dafür gehört sie umarmt, gefeiert und gepriesen, die gute Juli. Zu gleichem Thema auch dieses Video, das manchmal etwas herber in der Sprache ist, es dafür aber sauber auf den Punkt bringt.
  • Tipps dazu, wie man das mit neuen Ideen hinbekommt. Oder, so würde ich sagen, mit diesem Leben. Ich unterstreiche jeden einzelnen. Dick und fett.
    „Ole to you nonetheless. Just for having the sheer human love and stubbornness to keep showing up.“ Das Leben wäre wirklich mal eines der Dinge für das eine Siegerurkunde gerechtfertigt wäre. Einfach für die Tatsache, dass man sich ihm jeden Tag wieder aufs Neue stellt, versucht es besser zu machen als gestern, freundlich zu sein zu sich und zu anderen.
    Das ist keine leichte Sache. Aber ein großer Erfolg.

Wort der Erkenntnis

25. Juli

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19630574726_399d580370_k (2)Einen Text überflogen auf der Suche nach etwas, von dem ich wusste, dass es da stehen muss.
Statt „Gedenkgottesdienst“ „Gedankengottesdienst“ gelesen. Gelächelt über diesen Freudschen Verleser. Dankbar für dieses Wort, das bestens beschreibt, was mir manchmal, manchmal oft passiert: Das übermäßige Huldigen all dessen, was im Kopf entsteht, das Mitreisen lassen vom Chor der Gedanken, des zu genauen Lauschens auf die Töne, die von oben gesendet werden, die Obertöne.

Das Buch zugeklappt und beschlossen, dass es an der Zeit ist, nochmals runter ans Meer zu gehen.

Protokoll eines Gesprächsverlaufes

23. Juli

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Unbenannt-1So kann es sein. So ist es manchmal.
Es gibt Gespräche und Begegnungen, die hallen bei mir lange nach. Ich bin schon längst wieder zu Hause oder an einem anderen Ort, aber ich habe ein Stück mitgenommen. Der Dialog geht weiter alleine. Mir fällt noch so vieles ein, dass ich sagen möchte. Es geht nicht ums überzeugen, sondern ums verstehen. Es bleibt etwas zurück. Das sind die Art von Gesprächen an lauen Sommerabenden, die manchmal entstehen, die ein großes Glück und Geschenk sind und die einer besonderen Konstellation an Menschen bedürfen.
„Man spricht nicht ernsthaft miteinander, ohne dass sich dabei in beiden etwas ändert“, hat Erich Fromm in Die Kraft der Liebe: Über Haben und Sein, Liebe und Gewalt, Leben und Tod , einer Sammlung von Aphorismen aus all seinen Werken, geschrieben.

Was auch sehr lange nachhallt: Der Geruch von Lavendel. Frischer Lavendel hat eine große Magie. Manchmal intensiv, manchmal ganz zart, weht nur ein Hauch durch die Räume, obwohl der Strauß doch am anderen Ende der Wohnung neben dem Bett steht.

das gedruckte Internet

21. Juli

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56916da5-1e13-49aa-b627-e6973a667f3bDas Bild ist nicht von mir, sondern von der talentierten Jules. Die Bilder darin sind allerdings von mir. Die Texte auch. Es ist ein Independent Publishing-Projekt von Anselm und Lina. 

Lina war der erste Mensch, den ich nur über das Internet kannte und dann „in echt“ getroffen habe. Ich mochte ihren Blog sehr, wir hatten gemailt, es ergab sich, dass ich gerade in Berlin war und am Sonntagnachmittag Zeit hatte. Was war ich nervös. Man hört und liest ja die wildesten Sachen über Menschen, die sich im Internet präsentieren. Könnte in Wahrheit auch jemand ganz anders sein. Und wie bei einem echten Blind Date hatte ich mich vorsichtshalber erst einmal nur für eine Stunde verabredet. Die bekommt man immer überbrückt, dachte ich mir. Auf das Arrangieren eines fingierten Anruf  wegen eines Notfalls weswegen ich ganz schnell weg müsste, habe ich verzichtet. Und dann? Dann war es wie das Treffen mit einer Freundin, die ich schon sehr lange kenne. Was der andere mag und denkt, das Alltägliche, das normalerweise zum Einstieg dient, weiß man ja bereits über das Netz. So kann man viel tiefer einsteigen. Gamer würden sagen man überspringt ein Level. So landet man dann gleich bei dem was einen umtreibt, berührt, nachdenklich macht. Die Geschichten hinter der Geschichte.
So war es dann auch. Es war so vertraut, dass aus einer Stunde drei wurden und dann noch viele weitere Abende, ein Konzertbesuch im Pianosalon, Kaffeehaustreffen oder ein spontanes im Park, ein Besuch in München zum Essen und ein kleines Hauskonzert zu meinem Geburtstag, das ich nie vergessen werde, folgten. Ich möchte sie nicht mehr missen. Das Mädchen mit den Locken und den fabelhaften Anselm. Weil sie Menschen sind, die machen statt nur darüber zu reden, und so neben ihrem täglichen Tun publizieren. Einfach weil sie es gerne tun, weil sie Freude an Gedrucktem haben, weil sie die Dinge in die Hand nehmen. Das heimatzine war ein solches Projekt. Eines, das dazu diente die künstlerische Arbeit von Freunden zu fördern.
Und jetzt gibt es ein neues. Archiv e. Das Internet, beziehungsweise jeweils ein Blog in gedruckter Form. Der Flüchtigkeit Bestand geben ist sein Anspruch. Ich fühle mich geehrt, Teil davon sein zu dürfen.
Es sind nur noch fünf Tage.  Geschafft.
Jetzt seid Ihr im Bilde. Darüber was das Internet so alles kann. Also die Menschen dahinter. 

Messfehler und Wort zum Dienstag

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vorsaison - Kopie (4) - KopieDieser Drang, dieser Wunsch, dieses Bedürfnis etwas Bedeutungsvolles geschaffen zu haben. Wie schwer das ist mit dem genug haben, das nur eine Frage des Messens ist und damit, wer das Maß anlegt, woran gemessen wird und wie die Richtlinie aussieht. Dass wir unsere eigene Messlatte sind, dass das Beste vielleicht nicht noch kommt, sondern schon da war, dass das Gras überall grün ist und es auch gut ist, ausreicht. Genug.

„Ich wäre dir so gern genug, aber es reicht dir nie. Nichts ist dir genug. Aber das ist alles, was du kriegst. Du kriegst mich und deine Familie und diese Welt. Das ist dein Leben. Tut mir leid, wenn du es scheiße findest. Aber du wirst niemals der erste Mensch auf dem Mars sein, und du wirst kein NBA-Star, und du wirst auch keine Nazis zur Strecke bringen.“

aus: Das Schicksal ist ein mieser Verräter von John Green.

Montagsmögen

20. Juli

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MontagsmoegenJeden Montag: Zwei, die ich mag. Die Balance zu finden zwischen festhalten und loslassen. In Beziehungen, im Leben, im Tun, in allem. Wer liebt, lässt frei. Alles.
Und dann noch dieses Regal für das Bad und den Flur. Es ist schlicht und lässt viel Raum. Außerdem dieses Lied. Es gibt schönere Videos, aber die Töne, die Töne. Die sind so leicht, beschwingt, sommerlich, dass eine möglicherweise vorhandene Montagmorgen-schlechte-Laune keine Chance hat sich festzusetzen. Dazu muss man einfach ein wenig durch die Wohnung tanzen. Es geht nicht anders.
Und jetzt: Loslassen. Mit dem Rhythmus gehen. Oder den Wellen.

kurze Sequenzen, die lange nachhallen

18. Juli

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19583107216_1978d149f9_kWas Kino kann. Wenn es ein guter Film ist, dann bleibe ich noch ganz lange im Saal sitzen, weil ich noch so tief in der Geschichte versunken bin, nicht möchte, dass es aufhört. Das helle Licht draußen, die Geräusche das ist alles zuviel. Die Welt soll noch warten. Nur ein paar Minuten noch. Denn so schnell werden die Bildern in meinem Kopf überlagert und ich möchte sie noch ein wenig bewahren und halten. 
Diese Filme hier sind kurz. Und doch gelingt das Baden und Versinken in den Bildern. Es ist nie eine Frage der Zeit. Wenige Minuten in einer anderen Welt genügen und man fühlt sich so leicht. Eingetaucht wie in das Abendlicht von Nizza.

  • Dieser. Zehn Minuten eine kleine, verwobene, heitere-traurige Liebesgeschichte. Ganz langsam, manchmal auch in Zeitlupe und mit der schönen Natalie Portmann. Alleine die letzte Szene. In blau getaucht auf dem Balkon im gelben Bademantel. Zum Luft anhalten schön. Ein Bild zum immer mit sich tragen. Und dann ist noch die Musik, die verwobene Erzählung. Ein wunderbarer kleiner Eintauch-Abtauch-Film.
  • Dieser. Der zeigt was die Filme von Wes Anderson ausmacht: Niemand arrangiert so wunderschön, niemand hat ein so feines Auge für Details und Kompositionen. Das sorgfältige Kombinieren, der goldene Schnitt, die klare Linie. Die Details. „Details are not the details. Details make the design“, hat Charles Eames gesagt. Wer diesen Satz nicht versteht, hat nach diesen paar Filmminuten eine Ahnung davon.
  • Kein Kurzfilm, aber ein ganz besonderes Erlebnis. „Die Schwerkraft der Idioten“ ist ein Off-Theater-Inszenierung, die gerade in München aufgeführt wird. Ich würde sofort hingehen, wäre ich nicht hier im Süden Frankreichs. Diese Menschen haben vor vielen Jahren mit dem Institut für Glücksfindung ein Stück aufgeführt, das mir immer noch nachgeht. Es ist wenig bekannt. Was so schade ist. Es sind ganz besondere Abende, die lange, lange nachhallen. Es gibt nur wenige Karten und nur wenige Aufführungen im Juli. Sie lohnen sich. So sehr.

Zitronenschicksal und schwere Entscheidung

17. Juli

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tarte_au_citron (2)Entscheidungsfreude würde ich als eine meiner Stärken bezeichnen. Wenn ich sonst alles und vieles im Kopf drehe und wende, wenn es drauf ankommt, weiß ich was ich will und ziehe das auch durch. Bei großen Entscheidungen nicht sofort, was auch gut ist, aber bei den täglichen Entscheidungen hadere ich nicht lange. Menschen, die beim Einkaufen noch einmal zurück möchten in den ersten Laden, weil ihnen fünf später einfällt, dass das Kleid Nummer 3 doch schön war, verstehe ich nicht. Mag ich oder mag ich nicht. Geht schnell.
In der französischen Patisserie am Morgen erkenne ich mich allerdings gerade nicht wieder. Schokoladentarte oder doch lieber die Himbeer-Macarons? Die Walnusskuchen sehen auch toll aus. Oh, und Kaffee-Eclairs sind gerade reingekommen. Es sei denn, es gibt Tarte au citron. Da bin ich wieder die Alte. Nehme ich sofort.

Vorausschauend hatte ich vor dem Abflug schon einmal eine zu Hause gemacht. Zur Einstimmung. Quatsch. War eine spontane Entscheidung, weil die Lust zum Backen groß und noch genug Zitronen im Haus. Nicht lange gehadert, wurde sofort umgesetzt.

Tarte au citron 

Teig

* 150 Gramm Mehl
* 100 Gramm gemahlene Mandeln
* 100 Gramm Puderzucker
* 1/2 Teelöffel Salz
* 5 Gramm Backpulver
* 100 Gramm Butter
* 1 Ei

Füllung

* 125 Milliliter frisch gepresster Zitronensaft
* 1 Abrieb von einer unbehandelten Zitrone
* 100 Gramm Zucker
* 85 Gramm Butter
* 2 große Eier
* 2 Eigelbe

Meringue

* 3 Eier
* 150 Gramm Puderzucker

 

Das Mehl, die Mandeln, das Backpulver, Salz und den Puderzucker vermischen. Die kalte Butter in kleine Stücke schneiden und unterkneten, ganz zum Schluss das Ein einkneten. Den Teig zu einer Kugel formen, in Klarsichtfolie wickeln und mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen, besser aber über Nacht. 

Eine Form buttern, den Teig 1/2 Stunde vorher aus dem Kühlschrank nehmen, damit er weich wird, ausrollen und über der Form abrollen. Mit der Gabel einstechen, Backpapier drauflegen und blind backen für 10 Minuten bei 180 Grad. Das Papier und die Bohnen entfernen und nochmals fünf Minuten backen.

Die Zitronen waschen, Zitrone abreiben. Zitronensaft mit dem Zucker und dem Abrieb in einem Topf erhitzen, solange bis sich der Zucker vollkommen aufgelöst hat. Butter unterrühren. Ziehen lassen.

Die Eier mit den Eigelben aufschlagen. Die Schale aus dem Zitronensaft entfernen und den Zitronensaft erneut erhitzen. 3 Esslöffel des erhitzen Zitronensaftes zu den Eiern geben und alles miteinander verrühren. Die Eier in die Zitronenmischung geben, langsam und ständig rühren dabei. Erst dann die Masse erneut bei mittlerer Hitze erwärmen, währenddessen immer wieder rühren, bis die Masse dickflüssig genug ist. Auf dem Tarteboden verteilen.

Nochmals für 5 bis zehn Minuten bei 180 Grad backen.
Achtung Entscheidung: Entweder schon jetzt essen, schmeckt auch sehr gut oder noch eine Meringue draufgeben. Dafür währendessen das Eiweiß aufschlagen und den gesiebten Puderzucker unterschlagen bis eine feste Meringuemasse entsteht. Auf der abgekühlten Zitronentarte verteilen. Achtung nochmals Entscheidung: Entweder als kleine Punkte, was etwas zeitaufwändiger ist oder wenn man am Sonntag Besseres zu tun hat, einfach die ganze Masse verteilen und danach mit einem Löffel ein schneckenförmiges Muster ziehen oder Zacken herausziehen. Ist nicht zu 100% Piere Herme, aber geht auch. Dann entweder mit einem Flambierbrenner oder wer so etwas nicht hat, wie ich, einfach für zwei Minuten auf die oberste Schien im Backofen bei über 200 Grad stellen, bis sich ein leicht brauner Rand bildet. Zitronen- oder Limettenraspeln drauf für die Optik, wer mag.

Sich sehr entschieden sofort ein Stück abschneiden und essen. Aufhören zu überlegen, ob das eine gute Entscheidung war oder nicht. Höchstens darüber nachdenken, ob man nochmals ein zweites nehmen sollte.

tarte_au_citron_3 (2)

Alles fürs schöne Leben

15. Juli

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jolie2-2 (2)Es ist gerade alles gut. Gut wo es ist. Natürlich könnte immer noch etwas besser sein. Nur ist mir das gerade egal. C´est la vie. Und es ist jolie.

  • Hemdblusenkleider [1] sind perfekt. 100% Südfrankreichtauglich. Darunter kann man den Bikini tragen, denn man braucht, weil die Gelegenheit morgens und in der Mittagspause und dann nochmals kurz abends ins Meer zu springen, sollte man nicht ungenutzt an sich vorüberziehen lassen.
  • Ich mag das Design. So einfach ist es. [2]
  • Ein gutes Magazin [3]. Ein so interessantes. Dieses übrigens auch. Ich werde nicht müde es zu betonen, weil ich mich für die zwei Menschen, die dahinterstehen, so freuen würde. Es ist schon Halbzeit. Nicht mehr lange. Und es wäre so schade, wen es nicht klappen würde. 
  • Ich habe meine Stans verloren. Irgendwo liegen gelassen. Keine Ahnung wo. Dann gibt es eben neue. Dieses Mal in blau. [4]
  • Ein Overall. [5] Ähnliches Prinzip wie das Kleid. Anziehen. Gut aussehen. Fertig. Und im Sommer ist keine Zeit zu verschwenden.
  • Der Kopf weiß das. Nur vergisst er es manchmal. Und dann kreisen die Gedanken wieder. Deshalb ist es gut, täglich daran erinnert zu werden. Und wenn es so schön aussieht wie hier [6], ist der Hinweis herzlich willkommen.
  • Ich mag dieses Iphone-Case. Sehr. [7]
  • Vielleicht den Overall doch lieber in lang? [8]
  • Damit ich den Sommer nicht vergesse. Kommt dieser Druck an die Wand. [9]

Und selbst wenn all das nicht ist. Ich sage nur: Es ist gut, so wie es ist. C´est tout.