Monate: Juli 2013

Venedig

Liebe auf den ersten Blick war es nicht. Zuviel. Das erste Mal Venedig und die ersten Stunde in dieser Stadt waren zu viel. Zu viel Hitze, zu viel Lärm, zu viele Amerikaner und Japaner, zu viele Hochzeitsreisende am vermeintlichen Ziel ihrer Träume, zu viele venezianische Maskenstände und Restaurants die mit Fotos ihrer Speisen werben. Zu viel. Und zu unwirklich. Aber mit jeder Gasse, jeder Brücke und jedem Schritt, kam ich dieser Stadt näher und desto mehr wurden wir Freunde. Und dann kam Rizzo. Eine kleine Bar an irgendeiner Brücke an irgendeinem Kanal. Alles schon ruhiger und unendlich schöne Menschen mit unendlich brauner, so brauner Haut sitzen auf der Bank davor, auf den Treppen und am Kanal. In der Hand ein Glas Wein und einen Teller mit Tapas. Die dort Cicchetti heißen und wunderbar waren. Auf einmal war es nicht mehr zu viel. Ich konnte gar nicht mehr genug bekommen und wollte nicht mehr aufhören zu sehen. Sehen, wie sie das Balzen und Gestikulieren und Stolzieren beherrschen. Kleine Kinder, die schon im zarten Alter von vier …

kurzes Vergnügen

So kurz sind sie zu Besuch. Aprikosen. Als Tarte in einer Variation mit Erdnussbutter. Den Erdnussbutter ist ein Ganzjahresfavorit. * 250 gr. Dinkelmehl * 120 gr. Zucker * 100 gr. Butter * 50 gr. Erdnussbutter * 1 Ei * 1-2 Esslöffel Milch ……………………………….. * 50 gr. Erdnusskerne * eine große Handvoll Aprikosen * 4 Esslöffel Gelierzucker Mehl, Zucker, Butter, Erdnussbutter, Ei und Milch zu einem glatten Teig verkneten und in Frischhaltefolie im Kühlschrank kalt stellen. Aprikosen klein schneiden und Erdnüsse klein hacken. Den Teig ausrollen und in eine gefettete Form legen, mit der Gabel kleine Löcher reinstechen. Die Aprikosen auf den Teig legen mit Erdnüssen bestreuen und dem Gelierzucker. Im Backofen bei 200 Grad backen. Noch warm essen. Gerne mit Vanilleeis. Oder Sahne. Oder Sahne und Vanilleeis.

eingeordnet

„Allgemein beneide ich jedermann, der eine Denkschule durchlaufen hat, gleichviel welche; ob als Jesuit oder Protestant oder Marxist oder Kabbalist; auch wenn einer später seine Position ändert, er bewegt sich in einem Koordinaten-System. Wenn ich mich in Begrifflichkeiten einlasse, so schwimme ich und fühle mich als Schwätzer, wobei es mich erleichtert, wenn der andere auch ein Schwätzer ist, und das kommt vor. Ich bin auf Erfahrungen angewiesen, die mich begrifflich hilflos machen und von daher narrativ. Was sich nicht umsetzt ins Anschauliche, bleibt bei meiner Anlage immer uneigen.“ aus: Max Frisch, Entwürfe zu einem dritten Tagebuch

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Diese Frau [1]. Aufgenommen von Vanessa Jackman Backstage bei Margaret Howell. Sanft und streng, freundlich und bestimmt. Das geht gut zusammen. Zusammen geht auch dieser Pyjama. Weil beides in lang so bieder, aber kurz und lang das geht sich gut aus. Und ein Video. Ohne mir das anzusehen, gehe ich Samstags nicht mehr aus dem Haus.

murakamisiert

Gefährliche Geliebte war das erste Buch, dass ich von Murakami gelesen habe. Ich wusste damals noch nicht, dass er sonst fantasievoll-verwobenere schreibt oder dass darüber gar das Literarische Quartett zerbrochen ist. Ich habe mich verliebt in die Sprache, in die Klarheit und das direkte, aber auch immer zurückhaltende. Jetzt habe ich es neu entdeckt. Weil es neu aufgelegt und neu übersetzt wurde. Dieses Mal direkt aus dem Japanischen, weswegen es jetzt Südlich der Grenze, westlich der Sonne heißt. Ein wenig nervös war ich, weil manchmal Bücher, die mir früher etwas bedeutet haben, heute schal und nichtssagend sind und sich der Zugang einfach  nicht mehr findet. Aber bei Murakami alles beim Alten. Er hat nichts von seiner Faszination verloren. Elegant ist die Sprache und dieser Sog war schon nach der dritten Seite wieder da. Ein Grund mehr, sich schon jetzt auf sein nächstes zu freuen.

was mich bewegt

* Ein Lied. Allein das Anhören dieses sanft gehauchten „It is alright“, lässt es mich irgendwann selbst glauben. * Eine Sendung. Meine Güte ist Anne Will schön und intelligent und Sedar Somunco witzig und nachdenklich machend. * Ein Konzert. Weinen bei Konzerten – dann ist etwas richtig gelaufen. Karten für November reserviert. * Nochmal eine Sendung. Über Idenditität. Immer gut zu wissen, wer man ist. * die Vorfreude auf das nächste Wochenende. * die Vorstellung, wie es sein könnte Musik zu sehen.[ hier gefunden] * das Neuste von Miranda July und immer wieder Altbekanntes von ihr. [dort wiederentdeckt.] * die Interviews im Augenblick und die von Träumern.

Schönes in München

So vieles richtig gemacht: Weiß geflieste Wände, Bertoia-Chairs mit alten Schulstühlen gemischt, große Holztische zum Tafeln, Baguette und Brot in Körben an der Wand, lässiger Industriechick, die schönen Salz- und Pfeffermühlen, der Kaffee mit dickem Milchschaum und Muster, die Saftschorle in kleinen Milchflaschen und ein French Toast, der sich sehen lassen kann. Kein entspannter Wohlfühl-, sondern eher ein gesehen-werden-Ort. Aber da muss man ja nicht mitmachen und kann sich ganz auf das Frühstück konzentrieren. Oder auf das Steak am Abend. Den das soll wirklich auch sehr gut sein. theresa Theresienstraße 29 80333 München werktags ab 11:00 uhr samstags, sonntags, feiertags ab 9:00 uhr

urwaldschön

Es ist was drin, was aus dem Regenwald stammen soll und hydrolisierte Weizenprotein-Aminiosäuren, die hier explizit benannt werden müssen, den wer sich die ausgedacht hat, der hat es auch verdient erwähnt zu werden. Ich kann nur sagen: Es riecht so gut und die Haare glänzen mehr.

weg

„… das andere im anderen, das Gefühl von Abwesenheit war geboren, der Beginn von Sehnsucht und Liebeswahn, der sich auf jeden richten kann, der nur andeutet, dass er bereit wäre, an dem Wahn teilzunehmen, um ihn gemeinsam aufzulösen. Ein kleines Wann?, wann man wieder anrufe, reicht schon.“ aus: Die Liebe in groben Zügen von Bodo Kirchhoff