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Karrierebooster: Backen für Faule

Es ist schon über zehn Jahre her, dass Corinne Maier in Frankreich mit einem Buch für Furore sorgte. „Bonjour paresse“. Zu Deutsch: „Die Entdeckung der Faulheit„. Sie arbeitet zu der Zeit bei einem französischen Energieversorger. Nach Erscheinen des Buches nicht mehr.

Das lag daran, dass das Buch sehr treffend beschreibt, wie es in einem Großteil der Unternehmen zugeht. Nicht die Qualität der Arbeit zählt. Nicht der, der engagiert ist und etwas voranbringt macht Karriere, sondern diejenigen, die mit den richtigen Menschen zum Mittagessen gehen. Maier beschreibt alle Absurditäten des Systems. Die Psychoanalytikerin und Volkswirtin resignierte, ob allem, was sie in ihrem Berufsleben in Großkonzernen erleben durfte. Wenn man es nicht ändern kann, muss man sich das Spiel zu eigen machen. Sie gibt daher in ihrem Buch Tipps, wie man möglichst wichtig wirkt ohne eigentlich etwas zu leisten. Da wäre zum Beispiel der Vorschlag unvorbereitet ins Meeting zu gehen und einfach nur zu wiederholen was der Vorredner schon gesagt hat und in entscheidenden Momenten zustimmend zu nicken. Sich immer einen vollen Ordner oder ein paar Stapel Unterlagen unter den Arm klemmen, selbst auf dem Weg in die Kaffeeküche, um so die eigenen Wichtig- und Geschäftigkeit stets zu unterstreichen.

Diese Pavlova macht kaum Arbeit, aber sehr viel her. Schaum schlagen ist unerlässlich in ihrem Fall, führt aber hier zu einem wirklich sehenswerten Ergebnis und hinterlässt Eindruck. Keinen dauerhaften, weil schon sehr lecker, aber immerhin.

Pavlova to impress

  • 4 Eier
  • 220 Gramm feiner Zucker
  • 2 Esslöffel Speisestärke
  • 2 Teelöffel weißer Essig
  • 250 Milliliter Schlagsahne
  • Vanillezucker
  • 50 Gramm Schokolade
  • zwei Handvoll Weintrauben
  • etwas Ahornsirup
  • eine Handvoll Pistazienkerne
  • Haselnüsse (für Faule bereits kandierte, ansonsten noch etwas Zucker)

Den Ofen auf 150 Grad vorheizen. Das Eiweiß steif schlagen. Unter Rühren den Zucker einrieseln lassen, sodass eine steife, glänzende Masse entsteht. Dann die Speisestärke und den Essig unterheben.

Mit der Eischneemasse auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech einen Kreis formen und an den Seiten mit dem Löffel hochziehen.  Die Ofentemperatur auf 120 Grad reduzieren und die Eischneemasse im Ofen etwa 1 Stunde 20 Minuten backen. Dann den Ofen ausschalten und die Pavlova im Ofen vollständig auskühlen lassen.

Die Sahne mit dem Vanillezucker schaumig schlagen, auf der Pavlova verteilen. Die Weintrauben mit  etwas Ahornsirup beträufeln und in den Ofen bei 170 Grad für zehn Minuten. Abkühlen lassen und danach auf die Sahnemasse geben. Zum Schluss noch die gehackten Pistazienkerne draufstreuen. Die Haselnüsse kandieren und auch klein hacken. Schokolade über dem Wasserbad schmelzen und zu guter letzt auch noch über die Pavlova geben.

Einer der geläufigen Business-Tipps, der zwar im Buch von Corinne Maier nicht erwähnt wird, dafür aber in jeder zweiten Frauenzeitschrift heißt „dress to impress“. Im Fall dieser Pavlova sage ich: „Bake to impress“. Ob man damit genussvoll und entspannt Karriere machen kann, weiß ich nicht. Aber Freunde unter den Kollegen macht man sich in jedem Fall.

 

2 Comments
  1. Julia

    29. Januar 12:23

    Einige dieser Verhaltensweisen habe ich mir während meines Berufslebens auch angeeignet. Der „FroG“ (Firmenrundgang ohne Grund) zum Beispiel, wird immer mit einem Stapel (Schmier-)Papier durchgeführt. Und natürlich auch das Wiederholen von bereits gesagtem in Meetings, zum Beispiel. Wichtig daran ist übrigens, dass man die letzte beim Wiederholen ist. So bekommt man die meiste Zustimmung. Lang leben die Schaumschläger 😉

  2. innenlebenkathrin

    31. Januar 11:03

    Köstlich geschrieben! Und köstlich sieht auch die Pavlova aus! PAVLOVA – dieses Wort allein ist schon so fabelhaft! Und zu den Schaumschlägern: So viele habe ich im laufe meines (Berufs-)Lebens schon kennengelernt! besonders erfolgreich ist auch diese Strategie: „Sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit!!“ Das beherrschen viele bis zur Perfektion und führen mich auch noch manches mal damit hinters Licht! Viele Grüße, Kathrin

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