Autor: stepanini

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Ich mag dieses Bild von Georg Bernhard Shaw. Hang loose always. Es hört nie auf. Ich mag diesen Blouson. Oder diesen. Es kehrt alles wieder. Ich mag dieses Lied. „On a train ride from some place bad, to some place little better.“ So fängt es an.

Keine Kompromisse: Schokoriegel

Kompromisse geht man schon genug ein im Leben. Diese Schokoriegel oder Kuchenstücke sind gesund und lecker. Was eine feine Kombination ist. Sehr schnell gemacht außerdem und mit Zutaten, die man zu Hause hat. Kompromisslose Schokoriegel Bei Frau Gold entdeckt, die diese Variante abgewandelt hat, die ich dann auch nochmals variiert habe. Everything is a remix, weiß der versierte Internetnutzer. Für den Boden: 1 Tasse Mandeln 1 Tasse Datteln Prise Meersalz Für den Belag: 1/2 Tasse Cashewbutter 1/2 Tasse Kokosnussöl 1 Tasse Datteln 2-3 Teelöffel Kakaopulver etwas Zimt und etwas Kardamon, Vanille ordentlich Kakaonibs zum Bestreuen Die Mandeln im Mixer fein mahlen, dann die Datteln dazu und so lange zerkleinern bis eine feste Masse entsteht. Auf Backpapier ausstreichen und für ein paar Stunden in den Kühlschrank geben. Cashewbutter (man kann auch Cashews einweichen für ein paar Stunden und dann in den Mixer geben – gleicher Effekt) mit den Datteln, Kokosöl, Kakao und Gewürzen im Mixer zerkleinern und mischen. Auf den Boden geben, Kakaonibs obendraufstreuen und nochmals in den Kühlschrank.

aufgelistet: After-Sun

Es ist so herrlich warm und alles strömt nach draussen. Ein wenig etwas für die ruhigen Abendstunden, fürs Heimkommen nach sonnengetränkten, faulen Tagen, wenn die Haut so gut riecht nach Meer, auch wenn es weit weg ist und man nicht wirklich müde, aber so ein wenig matt ist. After-Sun quasi. Dieser Beitrag von Anna: Der so vieles meines Unwohlseins auf den Punkt bringt und zudem ich laut schreien möchte, Ja, Ja, Ja. Genau so. „Ich habe keine Lust zu verzweifeln. Ich habe auch keine Lust auf Female Empowering. (Es sollte auch besser heißen: World Empowering!) Ich will das alles gar nicht sehen. Ich will das alles gar nicht hören. Ich will einfach nur das machen, was jeder Mensch in der Lage ist zu tun und zu sein: ein Mensch. Ein lebendiger Mensch mit allen Sinnen. Als Frau. …  habe ich noch nicht ansatzweise das Potential ausgeschöpft, das in mir steckt. Ich habe noch nicht einmal angefangen zu zeigen, was ich kann. ….“ Everything happens for a reason. Oder auch nicht: Was man lieber nicht getan hätte. Ich habe aus …

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Ich weiß nicht, wer es gesagt hat. Aber das der- oder diejenige Recht hat, weiß ich. Mag ich. Immer suchen. Ich liebäugle mit diesen himmelblauen Sneaker. Auf dem Boden bleiben. Ich mag dieses Lied. Passenger seat. So gut. Nicht auf dem Beifahrersitz des Lebens landen. Kommt gut in die Woche.

Sag doch was ist

Sie ist gerade erst sieben geworden. Auf dem Weg zur Schulaufführung gibt sie ihrer Mutter die sehr präzise Anweisung: „Stell Dich weit nach vorne. Wenn ich Dich sehen kann, bin ich mutiger.“ Wann genau geht das verloren, frage ich mich. Dieses klare Aussprechen, was wir vom anderen gerade brauchen und wünschen. Kleine Babies schreien, weil sie müde sind oder hungrig oder alles zusammen. Sie wissen zwar nicht, was sie gerade brauchen, aber sie tun laut und eindeutig kund, dass es so wie es ist, gerade nicht gut ist. Und dann kommt ein Alter, in dem klar und nicht weniger lautstark gesagt wird, was man will: Ein Eis. Kuscheln. Noch nicht einschlafen. Irgendwann kommt beides abhanden. Das Wahrnehmen und Eingestehen, dass es so wie es ist, uns gerade nicht gut tut. Und auf den Punkt zu bringen und klar zu benennen, was der andere tun kann, um die Situation für uns zu verbessern. Stattdessen lugt mühsam und undurchsichtig versteckt hinter diffusen Erwartungen, harten Anschuldigungen oder auch mal dem Knallen von Türen etwas hervor, dass nicht artikuliert wird, auch wenn …

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Sommerzeit ist Hängemattenzeit. Ich mag beide so sehr. Ich mag es anzusprechen, auszusprechen, was ich fühle, denke, meine, sehe. Und diesen schönen Reminder für die Fälle, in denen ich es vergesse. Ich mag dieses Tanzlied. Kommt gut in die Woche.

schutzlos ausgeliefert

Das Bild auf dem Umschlag ist von Peter Hujar. Es heißt „orgasmic man“ und zeigt genau das: Einen Mann während des Orgasmus. Der Fotograf hat die wenigen Sekunden, in denen ein Mann sein eigenes Bild nicht unter Kontrolle hat, in denen er in keine Posen verfallen, sondern völlig schutzlos und verletzlich ist, festgehalten. Es gäbe keinen passenderen Einband für das Buch Ein wenig Leben. Ein Buch, das von vier Männern handelt, die sich am College kennenlernen und das von ihrer lebenslangen Freundschaft erzählt. Davon, wie das Gefühl als Kind nicht gewollt zu sein, einen bis ins Erwachsenenleben verfolgt und gegen alle Fassaden, die man aufbaut und äußerlichen Schutzräume, die man schafft immer wieder an die Oberfläche schwappt. Es gibt ein Gedicht von Yrsa Daley-Ward, an das ich beim Lesen manchmal denken musste. „Loving someone who hates himself is a special kind of violence. A fight inside the bones. A war within the blood.“ Es ist ein Buch, das in einem kämpft. Ein wenig Leben handelt von einem, der sich selbst zerstört, der Glück nicht zulässt, weil es nicht sein darf. Dem es …

Sanfte Geste

Während ich beobachte, wie sie ihm immer wieder durch die Haare fährt, mit den Fingern den Nacken streicht, während doch in aller Sanftheit etwas Besitzergreifendes mitschwingt, denke ich an die in meinen Augen zärtlichste aller Gesten, die zugleich eine so zupackende ist. Im Bett zu liegen, der Andere zurrt die Bettdecke unter einem fest. Eingepackt wie eine Mumie in den Schlaf entlassen zu werden. Eine der schönsten, weichsten, zärtlichsten Handlungen. Fernab aller Beobachtungen.

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Welcome to the city of champions. Krönt bald mein Wohnzimmer. Ich mag diese fröhliche Tunika. Ziert mich bald. Ich mag dieses feine, zarte Lied. Es handelt davon, dass man sich manchmal nicht traut dem anderen zu sagen, was man fühlt. Ich mag, dass ich mich nicht geziert habe. Kommt gut in die Woche.

Geduld, Geduld

Eines der Bücher, das ganz lange in Vergessenheit geraten ist, aber so lange Zeit präsent in meinem Leben und Denken war, dass es nur einen kleinen Anstoß braucht und alles ist wieder da: Das sind für mich die „Briefe an einen jungen Dichter“ von Rainer Maria Rilke. Eine Jugendliebe schenkte sie mir. Von der Liebe ist nichts mehr da, ein paar vage Erinnerungen vielleicht, ein verblichenes Foto, ein zurückgelassenes Skateboard und dieses schöne Buch. Rainer Maria Rilke schrieb damals an Franz Xaver Kappus, der nicht wusste, ob er sich gegen die Offizierslaufbahn oder für das Schriftstellerleben entscheiden sollte. Rilke antwortet ihm und was er über das Leben, die Liebe, Kunst, über die Notwendigkeit des Schaffens sagt, sagt mir heute noch so viel wie damals als ich fünfzehn war und zwar glaubt schon alles zu wissen, aber auch ahnte, dass das da mehr sein musste. Und vor einer Woche zitierte mir dann jemand diese Passage und es war alles wieder da. Es hat nichts an Aktualität verloren. Ich stehe wieder am Anfang. „… und ich möchte Sie, so …

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Mich gefragt, wie ich das mache, wie ich das angehe und ob ich das schaffe und dann diese Sätze gefunden und gewusst genau so. Mutig und freundlich. Mag ich. Ich hätte so gerne die Magritte-Ausstellung in Frankfurt gesehen. Vorbei. Stattdessen werde ich in diesem Buch blättern. Das Unmögliche versuchen. Genau. Ich atme. Ein Lied, das daran erinnert es nicht zu vergessen. Kommt gut, mutig, freundlich, das Unmögliche versuchend in die Woche.

Ausreichendes Montagsmittwochsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Heute ist Mittwoch, fast schon Donnerstag. Und dann fängt die leise, laute Stimme in meinem Kopf an mir zu erzählen, dass andere das doch auch schaffen, dass ich mich eben einfach ein wenig mehr anstrengen muss, dann passt das schon unter einen Hut, noch ein wenig mehr leisten und dann ist es genug, bin ich genug. Was Quatsch ist. Reicht jetzt schon. I am enough. Das mag ich. Ich mag dieses Lied. Das mich gerade ein wenig zum Weinen gebracht hat. Weil es so wahr ist. Weil es so wenig braucht. Weil es so schön ist. In Melodie und Text. „Hinter den Häusern fängt das Meer an. Ich glaube fest daran.“ Es reicht.

alle Möglichkeiten

„Was ich habe, will ich nicht verlieren, aberwo ich bin will ich nicht bleiben, aberdie ich liebe, will ich nicht verlassen,aberdie ich kenne will ich nicht mehr sehen, aberwo ich lebe, da will ich nicht sterben, aberwo ich sterbe, da will ich nicht hin:Bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin.“ Eines meiner liebsten Gedichte von Thomas Brasch aus dem Band „Was ich mir wünsche„.

aufgelistet: Gedankenfetzen und große Fragen

Was mich gerade umtreibt ist so einiges. Was tun? Wie Stellung beziehen? Muss ich? Kann ich? Soll ich? Die richtige Form habe ich noch nicht gefunden.  Aber es gibt immer wieder einiges, das mir Mut macht. Gespräche, die mir nachgehen. Sichtweisen, die etwas verändern. Ich lese und suche, frage und eine zeitlang habe ich mich auch im Häuslichen verkrochen. Die Küche neu geordnet, im Bad umgestellt und bei allem nie vergessen aufzulisten. Hier ein Auszug: Braucht Leben ein Ziel? Wilhelm Schmid, dem ich so gerne zuhöre, der so viel zu sagen hat, spricht dazu. Dieses Projekt: Jeden Tag ein Polaroid bis zum Tod. Das Glück liegt im Kleinen. Warum man es als Frau Kleidungstechnisch nur falsch machen kann. Gegen Vorurteile angehen. Allein durch den Iran. Ein Film über Kristina Paltén, die Angst hatte vor dem Iran, den Muslimen, dem Islam. Und die sich aufmachte, um sich den Ängsten zu stellen. Sie lief 1840 Kilometer durch den Iran. Allein. Als westliche Frau. Hat mich sehr berührt. So könnte es gehen. Beuys. „Zeige Deine Wunden“ ist eines der Bücher, …