Category:

alles sonst so

Schlaflos mit vollem Magem

Niemand blickt auf sein Leben zurück und erinnert sich an die Nächte, in denen er geschlafen hat. Ich schlafe sehr gern. Gerne, lange und ausgiebig. Aber ich mag auch die Nächte, in denen ich nicht schlafe. Die, in denen ich koche. Die, in denen ich mir ausdenke, was man aus und mit diesem Raum machen kann - außer eine Tafel darin aufzustellen. Die, in denen ich angespannt bin, weil ich nicht weiß, ob das, was ich mir im Kopf ausgedacht habe auch in der Realität so funktioniert. Die, in denen vieles nicht so klappt, wie es geplant war, aber daraus…

worum es geht

»Es geht nicht um Kunst, auch nicht um bloßes Können. Es geht um das Leben, und darum, für das Leben eine Sprache zu finden.« Pina Bausch…

Hört auf Pflanzenforscherinnen: Von Wissenschaft, Wachsen und Bäumen

Ich habe das Buch von ihr noch nicht gelesen. Hope Jahren ist Pflanzenforscherin. Von dieser Zunft besitze ich wenige bis eher gar keine Bücher. Selbst ein Mensch mit breiten Interessen hat Grenzen. Aber in einem Interview hat sie mir auf zwei Dinge eine andere und, wie ich finde, sehr schöne Perspektive gegeben: Wissenschaft und Bäume. Den Sinn, den sie aus ersterer zieht, sagt mir so sehr zu und das was wir von Bäumen lernen können, lässt sie mich gerade anders betrachten. "Ich sehe den Zweck der Wissenschaft ausschließlich darin, die Seele zu füttern. Genauso wie Musik, Kunst oder Literatur die Seele…

Umstellung

Ich werde ein wenig umstellen in den nächsten Tagen. Ich habe mich sattgesehen und brauche etwas Neues. Auch in meinem virtuellen Zuhause. Das kann dauern, weil ich immer nur soviel mache, wie ich gerade Lust habe. Ich lasse mir Zeit. Das heißt, dass dann mal eine Kommode im Weg stehen wird oder jeden Tag die Schrift ein wenig anders daherkommt, die Bilder aus dem Rahmen springen, die Kategorien umeinanderhüpfen und einfach nicht alles mehr an dem Platz ist, an dem es vorher stand. Alles ein wenig unaufgeräumt. Das ist dann ungewohnt, gehört aber zur Umstellung dazu. Meike Winnemuth hat in einem…

kleines Feuer

Das alles passt, ist selten. Manchmal ist die Melodie wunderschön, über den Text muss allerdings hinweggehört werden. Ein anderes Mal sind die Texte ganz wunderschön, aber die Töne so eintönig und nicht besonderes, dass ich mir die Zeilen nur herausschreibe.  Letzt ein Lied entdeckt, bei dem beides passt und das ich seitdem rauf unter runterhöre. "Small fire" heißt es. Mick Flannery singt es. Es ist unglaublich schön. Also Bonus oben drauf, habe ich einen Konzertmitschnitt entdeckt, in dem er die Geschichte hinter dem Lied erzählt. Sein Großvater spielte als er klein war am Heuschober seiner Eltern mit Streichhölzern. Bis der Heuschober dann Feuer fing…

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Was ich gerade mag? Diese Tage vor Weihnachten, wenn es schon ruhiger ist und ich noch umräumen, wegräumen kann. Mich ein wenig sortieren, feststellen, was alles war, was ich alles nicht geschafft habe und wie viel dann doch. Ein wenig Ordnung machen. Mit so einem Gitterdraht (hört sich besser als an Maschendrahtzaun) über meinem Schreibtisch zu Hause liebäugle ich schon länger. Hier gibt es noch mehr davon. Damit wäre alles, was zu tun ist, immer im Blick. Alles ganz ordentlich. Mein Schuhschrank ist überhaupt nicht aufgeräumt, was als respektabler Grund durchgeht, warum ich ein…

Montagsmögen, das am Freitag daherkommt

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Ich weiß, dass es Freitag ist. Aber da kam ein Husten daher und das Leben, das gerade turbulent ist und auf einmal sind vier Tage vergangen. Was ich mag? Mir ist so nach Einigeln. Mich zurückziehen, es mir warm machen, den Rest der Welt draußen lassen. Außerdem mag ich es warm an den Händen und trotzdem bitte fröhlich. Mit diesen Handschuhen, diesen oder jenen. Ich mag dieses Lied. Hold your head up high. Immer. Egal, wie schnell die Welt sich dreht, warm oder kalt es ist.…

Montagmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Es genießen, wie es ist. Ganz entspannt. Das ist ja Kopfsache und nicht etwa Resultat eines Wellness-Wochenendes, wie so viele meinen. Deshalb gefällt mir diese Illustration von 1eBeat so sehr. Tee trinken, wenn ich Tee trinke und nicht noch etwas nebenher zu machen oder gedanklich schon woanders zu sein - all das vergesse ich manchmal und dieser schöne Reminder schafft vielleicht Abhilfe.  Ich mag diese Jeans. Weil ich zwar schon fünf im Schrank habe, aber diese sehr entspannt ist. Ich mag dieses Lied und überhaupt diese Künstlerin, die ich auf der Party zum Einjährigen…

Let it snow, let it snow, let it snow

Für mich soll es rote Rosen regnen, sang die Knef. Zur Weihnachtszeit adaptiert: Für Dich soll es Rosenblätter schneien. Hier ein Keks. Zum Advent verschenke ich Rosenblütenwolkenkekse. Warum? Weil diese Wortkreation so schön ist. Weil die Kekse selbst so schön sind mit ihren Rosenblättersprenkeln und schwarzen Sesamtupfern. Weil sie außergewöhnlich sind. Nicht zu süß, nicht zu salzig. Und mit ihrer Besonderheit dem anderen verraten, dass ich ihn auch für etwa Besonderes halte. Weil sie schnell und einfach gemacht sind. Der Advent ist so kurz, Zeit so kostbar. Diese Kekse lassen sich in den Alltag reinschieben. Man kann den Teig an einem…

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Wie es läuft gerade. Nicht, dass es besonders gut oder besonders schlecht liefe. Leben halt. Aber es so zu nehmen, wie es kommt funktioniert gerade sehr gut. Mich über das freuen, was ist, vertrauen darauf, das es gut wird, wie es kommt. Leichtfüssig durchgehen, stolz flanieren und das geht in hohen Schuhen immer noch am besten. Ich mag außerdem, dass ich meine liebsten Gummistiefel wieder auspacken konnte. Das ist eine ganz andere Art des Laufens. Hallo Novemberregen. Der hat auch etwas. Und dieses Lied von Al Green mag ich sehr. Ein Regenlied. Ein Klassiker. Der…

Ich sehe was, was Du nicht siehst

Ein später Herbstnachmittag in Regensburg. Beim Herausgehen aus dem Cafe, fällt mein Blick auf diesen Herren, den ich nicht kenne, der im Hauseingang steht und eine raucht. Ich fand ihn sehr attraktiv, wie ich oft oder manchmal Menschen schön finde. Männer und Frauen. Momente. Augenblicke. Ich habe das Festhalten durch Fotografieren nie als Widerspruch zum da sein und im Moment sein empfunden, sondern eher als ein Herausgreifen. Es betont und hält an, blendet aus. "Der Existenzialismus ist ein Lebensgefühl, das kein Morgen kennt, kein Leben nach dem Tod, es kommt von der Erfahrung des Krieges. Und das Prinzip Hoffnung, wie Ernst Bloch es denkt,…

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Noch hin- und hergerissen zwischen Wut und Traurigkeit, Beklommenheit angesichts der Nachrichten und doch immer wieder dem Glauben an Menschen und an das Gute. Das ist nicht klein zu kriegen. Was gut ist: Mister Frog von Holger Becken hat es mir sehr angetan. Ein Vater-Tochter-Projekt. Er zeichnet, sie weiß wie man es im Internet der Welt zugänglich macht. [Toll fotografieren kann sie auch]. Eine gute Sache. Das Buch Kindheiten von Sempé, diesem ganz besonderen Menschen, der voller Feingefühl war und einem Blick für die Besonderheiten der Menschen, habe ich schon vor langer Zeit ins Herz geschlossen. In diesem Buch zeichnet…

Bitte bleib noch

Wenn man Liebeskummer hat, ist man sowieso schon in einem äußerst angreifbaren Zustand. Das mag erklären, dass einem nichts, aber auch gar nichts mehr peinlich ist. Wer leidet, dem empfehle ich Jaques Brel. Dem kann man in nüchternem Zustand kaum zuhören, aber wenn das Herz schmerzt oder der Kopf durch zu viel Wein benebelt ist, dann gibt es niemandem, der einen besser versteht als er. Er weiß was Leiden ist. Ne me quitte pas, verlass mich nicht, das muss man überhaupt erst einmal über die Lippen bringen und er singt es mit aller darin zu Grunde liegenden Verzweiflung. Ne me quitte pas. Die…

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Diese Sätze von John Green aus dem Buch Looking for Alaska, weil sie mich daran erinnern da zu sein. Das tut vor allem Montags gut. Der Tag, an dem die Zukunft oder wenigstens die Woche so herrlich unverbraucht vor einem liegt. Ich mag außerdem diese Häkeleien von Claudia. Handgemacht, sehr liebevoll, zeitlos. Weihnachten liegt ja in nicht allzu ferner Zukunft. Desweiteren höre ich gerne dieses Lied am Abend und tanze zu diesem am Morgen. Ich mag überhaupt gerade alle Zeitzonen: Futur, Perfekt und das Präsenz, das zwischendrin. Ein guter Zustand. Der darf so bleiben.…

das muss sein

"Wir müssen das, was wir denken, auch sagen. Wir müssen das, was wir sagen, auch tun. Und wir müssen das, was wir tun, dann auch sein." Diese Worte von Alfred Herrhausen gingen mir nicht aus dem Kopf in den letzten Tagen, in den letzten Wochen. In der Tristesse der Hotelzimmer, die vorgeben ein Zuhause zu sein und es gerade deswegen doch nie oder selten sind. Sonst sage ich mir immer: "Wir müssen überhaupt gar nichts." Aber doch. Sagen, tun und sein - das müssen wir.…