Author:

stepanini

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Soweit ich kann, soviel ich kann. Wissen, wann es gut ist. Dass es gut ist. Ich mag dieses Kleid, weil es doch nie nur ein Kleid ist, sondern immer auch eine Aussage. Und dieses sagt: Leicht nehmen. Keine leichte Kost, etwas älter, aber eine kluge Analyse, die mir geholfen hat ein klein wenig besser einzuordnen, was gerade passiert: Streitraum über das Gefühl der Welt. Kommt leicht und gut in die Woche.…

Ein Buch wie Rotweinnächte

Ich glaube, es ist die Nacht. Die Nacht und Küchentische. Die Nacht, Küchentische und Wein. Ein wenig zuviel von letzterem. Die Nacht, Küchentische, Wein und eine Handvoll Menschen, die man gerne hat. Sehr gerne. Wenn das zusammenkommt, dann könnte auch alles ganz anders sein, dann wird angesprochen, was man sich bei Tageslicht kaum aussprechen traut. Dann ist es so dunkel, dass man ehrlicher auf sein Leben blickt. Dann fallen Sätze wie ""Wir wollten doch damals." Ich wollte soviel. Ich wollte die Welt verändern. Alles anders machen als meine Eltern und Schulfreunde. Ich bin allem und jedem mit einer Radikalität, einer…

Dienstagsmögen

Jeden Montag und manchmal auch Dienstag, weil man ja erst wieder in diesen Rhythmus hereinkommen muss: Zwei, Dinge, die ich mag. Da wäre das langsame Aufsteigen, das Wissen, dass es besser wird. Und ich mag diese roten Loafer oder ein rotes Strickkleid. Aufstehen, Musik anmachen und in den Tag reingleiten. Look at what the light did now. Habt eine gute Woche. Geht es langsam an. Aber mit Schwung.…

Auf ein Neues

Ich verfluche Deadlines sehr oft, mehr noch mich selbst, dass ich mich auf eine eingelassen habe. Aber ich bin auch sehr dankbar, dass es sie gibt. Gäbe es keine Deadlines gäbe, würde sich bei mir noch mehr Unfertiges stapeln als es das eh schon tut. Das Jahresende ist gewissermaßen die Grande Dame unter den Deadlines. Ich nehme sie zum Anlass eine Liste zu schreiben. Das tue ich auch in allerlei anderen Zusammenhängen, aber die zwischen den Jahren ist umfassender. Sie ist voll mit all den Dingen, die ich tun möchte und all denen, die ich lieber lassen sollte zukünftig. Das hat…

aufgelistet: Für die Tage dazwischen und die rauhen Nächte

Für die Tage dazwischen. Für die Tage auf der Couch. Für die Tage der vollen Bäuche. Für die der schönen Trägheit. Für die Tage im Jahr, die im Kalender so leer sind wie sonst niemals mehr. Für die Tage, in denen man feststellt, wie viel sich verändert und wie viel gleichgeblieben ist. Für die Tage, an denen man zurückblickt und nach vorne schaut. Für die Tage zwischen alt und neu. Und für die Nächte. Die Rauhnächte. Die Nächte zum Aufräumen, Loslassen, neu beginnen. Einiges das dabei helfen kann sie gut zu verbringen: No one knows me like the piano in…

Schöne Weihnachten

"Ich kann mit drei Worten alles zusammenfassen, was ich über das Leben gelernt habe: Es geht weiter."   Robert Frost  Weil es weitergeht: Das sind keine Plätzchen, für die es schon fast zu spät ist, sondern herzhafte Hafertaler. Sie schmecken ganzjährig unverändert gut. Schafskäse und Rosmarin sind drin. Ich lege gerne Käse obendrauf und streiche Feigensenf drüber. Hafertaler mit Schafskäse und Rosmarin (aus diesem so guten Buch) 200 Gramm Haferflocken 57 Gramm Pecorino 3 Zweige Rosmarin 1/2 Teelöffel Meersalz 2 Teelöffel schwarzer Pfeffer 2 Prisen Paprikapulver 150 Gramm der Haferflocken zu Mehl kleinheckseln. Rosmarinnadeln kleinschneiden. Einen Zweig übriglassen. Das Haferflockenmehl…

Wunschliste

Ja, ich habe genug. Ja, ich brauche nichts. Schön wäre es trotzdem. Dieses Top [1] hat es mir angetan oder diese [2] oder in grau. Diesen Stuhl [3] schmachte ich schon lange an und dieser Mantel [4] zum Warmhalten und diesen Blouson [5] in Samt oder jenen in gestepptem Samt wäre etwas Feines. Sneakers und ich. Wir verstehen uns. Die [6] oder die gute, alte Gazelle Neue Haken für zu viele Mäntel. Ich mag diese Tropfen [7], die machen sich gut an der Wand. Streifenshirt. Always. [8] Schlichte Bluse [9]. Auch immer wieder. Zum Schlafen [10] und Herumlungern. Zum Festlich fühlen [11] und…

Weihnachten, Sinn und Plätzchen

Macht Weihnachten für dich Sinn? hat Micha gefragt. Mich, die ich am Sinn so schwer trage. Nicht nur im Dezember. Es gibt Tage, da erscheint mir alles so unglaublich sinnlos. Wenn ich morgens am Bahnsteig stehe, auf die U-Bahn warte um ins Büro zu gehen. Wenn alle um mich herum hetzen und es eilig haben und ich auch getrieben und schon müde bin, von dem was alles zu tun und zu erledigen ist, bevor ich überhaupt begonnen habe. Wozu das alles, frage ich mich und mir will keine Antwort einfallen. Wenn ich mich unterhalten soll, weil sich das so gehört…

Schlaflos mit vollem Magem

Niemand blickt auf sein Leben zurück und erinnert sich an die Nächte, in denen er geschlafen hat. Ich schlafe sehr gern. Gerne, lange und ausgiebig. Aber ich mag auch die Nächte, in denen ich nicht schlafe. Die, in denen ich koche. Die, in denen ich mir ausdenke, was man aus und mit diesem Raum machen kann - außer eine Tafel darin aufzustellen. Die, in denen ich angespannt bin, weil ich nicht weiß, ob das, was ich mir im Kopf ausgedacht habe auch in der Realität so funktioniert. Die, in denen vieles nicht so klappt, wie es geplant war, aber daraus…

Raus damit

In der Diskussion um 40 Stunden-Wochen, maximale Effizienz und Work-Life-Balance, um Urlaubsanspruch, Erfolg, Selbstverwirklichung, im Rennen ums gesehen werden, fällt das was Arbeit ist und was Arbeit auch sein könnte unter den Tisch. Eine Ausdrucksform. Oder wie Keith Jarret es nach dem Köln Concert einmal formuliert hat: "Wenn die Musik schon in dir ist, dann sollst du sie gefälligst auch spielen." MerkenMerken…

aufgelistet: Irgendwas Gutes

Alles gesammelt, was mich nachdenklich gestimmt, fröhlich gemacht, anders zurückgelassen hat. Eingefangen, was mir gefiel. "Für irgendwas wird es schon gut sein" hat meine Oma immer gesagt. Wenn ein Mensch lebt. Was ein schönes Lied. Alt aber gut. "Nein, es wird nicht wieder gut". Über das Begleiten am Ende. Noch ein Lied. Bin verliebt. How to enjoy life Dieses Interview: "Ich hatte keine große Lust mehr aufs Rechthaben." Ein guter Film: "Die letzte Reise" Gelesen und so gemocht. Das Studium der Philosophie mit 47 und nach 36 Semestern beendet. "Ich denke, dass ich es irgendwie schaffen kann." Noch mehr Verluste. Ein…

Dienstagsmögen

Jeden Montag oder Dienstag: Zwei, die ich mag. "Eines Tages werden wir beide alt geworden sein und nichts wird aufgebraucht sein von allem, was wir verschwendet haben." Immer noch mein Lieblingssatz von Wolf Wondratschek, den ich sehr mag. Ich mag diese Kette von Frau Sieben. Ich mag dieses Shirt. Ich mag dieses Lied. Lost in the light.…

Ideenexplosion und Energieinjektion

So viel im Kopf gerade. So viele Ideen. So viel Lust etwas zu machen, es anders zu machen, neu, aufregend. Eine ganze Zeit lang war mir nach nichts. Nach nichts außer höhlen, wie ich es nenne. Zurückgezogen in mich und meine vier Wände nur mit mir sein und mit Büchern. Das Draußen draußen sein lassen. Und dann kam sie wieder. Die Freude am Tun. Vor lauter Ideen und Anfängen wusste ich gar nicht wo anfangen. Also erst einmal backen. Backen geht immer. Energiebomben. Energiebomben 600 Gramm Dateln 75 Gramm Quinoa und ein wenig mehr zum Drinkugeln später 75 Gramm Sesam…

Von kleinen Dingen, Widersprüchen und gern haben

Manche Menschen kennen mich nicht. Ich sie auch nicht. Ich wäre gerne mit ihnen befreundet. Ich glaube, wir würden uns blendend verstehen. Stalken ist dank Instagram gesellschaftsfähig. Ich folge Menschen. Menschen, denen ich noch nie begegnet bin. Ich finde sie unumwunden toll. Diese Schuhe, dieser Witz in den Bildunterschriften, die Art, wie sie ihre Haarbänder trägt. Ich sehe etwas und schließe darauf auf den ganzen Menschen. Das kann schief gehen, oft aber auch gut. Das ist kein Widerspruch. Es sind die kleinen Dinge. Ich habe es zuerst von hinten gesehen. Das Buch. Ein Satz: "Von der unbedingten Anwesenheitspflicht im eigenen…

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Was gibt es nicht zu mögen an einem Montag, dem einfach so zwei freie Tage folgen? Eben. Dankbar sein. "Feeling gratitude and not expressing it is like wrapping a present and not giving it". Diesen und viele weitere großartige Sätze und Lehren gibt es in diesem Vortrag. Wie ich diese Frau nicht nur mag, sondern bewundere. Ich mag diesen Stuhl. So schlicht, so elegant. Ich mag diese Version des Klassikers. Meine Lieblingszeile "You can´t start a fire without a spark" klingt dort gleich nochmals schöner. Den noch so kleinsten Funken Leidenschaft nehmen, dankbar sein, das…