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So. Und jetzt?

"So. Und jetzt? Wie oft ich mir diese Frage gestellt habe, in den letzten Stunden, Tagen, Wochen. So und jetzt und jetzt so. Live by the river! Es gibt Tausende Und-jetzt-Möglichkeiten. Die Welt hatte noch nie mehr davon übrig. Sie sind unzählbar, umzingeln mich, bieten sich an auf einem silbernen Tablett, und die einzige Reaktion, die sie mir entlocken, ist das rotierende "So. Und jetzt?" Willkommen in meiner Welt der Luxusprobleme. Ich könnte ja so vieles machen. Wie sagt man so schön: Ich hab´s ja." aus: Und alle so yeah von Rebecca Martin…

leichter Wegbegleiter

Ich mag Bücher, an denen ich mich abarbeiten kann, die sich mir nicht erschließen, die ich knacken muss, bei denen ich um jede einzelne Seite, ach was, um jeden Satz kämpfe. Aber auch die leichten. Die, die mit denen ich lesend und wach wegdämmern kann, nicht nachdenken muss, wo es jetzt langgeht, sondern einfach der Geschichte folgen kann. Wenn Bücher Gespräche sind, dann ist es eine nette Unterhaltung. Diese kleinen Pläusche zwischendrin, für die ich gerne anhalte. Nicht der sich ewig ziehende Small-Talk und auch nicht die Erkenntnis-schwere Unterhaltung beim Rotwein in der Nacht. Aber die drei Minuten mit der…

worauf es ankommt

"... Er sprach von Opferbereitschaft, Leidenschaft, Verlangen, Detailversessenheit, von der Notwendigkeit, sich Tag für Tag ins Zeug zu legen wie ein Champion. In Henrys Ohren klangen die Worte wie Musik..." aus: Die Kunst des Feldspiels von Chad Harbach…

Samstag: born to be wild

Ein Affogato zum Frühstück. Samstagskaffee. Eine Kugel Vanilleeis gleich in der Früh unter den Espresso geschmuggelt und damit in die Vollen gehend. Auf einen Samstagsabendfilm verweisend. Bonjour Sagan. Ein Film über Francoise Sagan, die mit 18 das Buch "Bonjour Tristesse" schrieb, das ich gelesen habe als ich ungefähr so alt war, aber das mir heute noch in Erinnerung ist. Es ist ein Buch über das Erwachsenwerden, über einen Sommer im Ferienhaus, so voller Lebenslust und ungezügeltem Hedonismus. Da wird das Leben ausgekostet und gleichzeitig zieht sich immer dieser Hauch Melancholie, der tiefschönen Traurigkeit durch die Seiten wie eine leichte Meeresbrise. Francoise Sagan, die eine Leben lebte…

die Laufschuhe schnüren

"Die meisten laufen nicht, weil sie länger leben wollen, sondern weil sie ein schöneres Leben führen wollen. Ist es nicht viel angenehmer, zehn Jahre mit klaren Zielen und voller Vitalität zu verbringen, als nur in den Tag hineinzudämmern? Ich glaube, das Laufen verhilft dazu. Sich selbst bis an seine persönlichen Grenzen zu verausgaben ist die Essenz des Laufens und eine Metapher für das Leben überhaupt (und für mich auch für das Schreiben)." aus: Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede von Haruki Murakami…

Gekochtes lesen

Eigentlich stehen schon genug im Regal. Aber für das ein oder andere wäre noch Platz. United States of cakes hört sich gut an. Schwelgen in der amerikanischen Backkultur, die mit Whoopies, Pies, Brownies so wunderbar buttrig-dekadent ist. Amerikanisch. Immer nochmal eines drauf.Auf die Hand ist das neue Kochbuch, von dem, der über Essen schreibt, wie kein anderer. Mit dieser ganz eigenen Mischung aus Poesie und Präzision. In seinen neuen Buch geht es um Streetfood mit Rezepten und Geschichten über die Menschen dahinter. What Katie ate at the weekend ist ein Bilderbuch. Schon ihr erstes Buch war großartig, ihr Blog ist eine Augenweide. Man muss das gar nicht…

Ticket nach irgendwo

"Ich habe nichts gegen das Reisen, im Gegenteil: Ein junger Mensch soll sich umsehen in der Welt, damit er seinen Platz findet.... Das Reisen an sich darf nie aufhören, sonst fällt der Mensch in den Stillstand, das Ziel seiner Reisen aber muss sich ändern. Irgendwann ist das Glück nicht mehr draußen in der Welt zu finden, sondern drin im Menschen - dann muss er erkennen, dass das Weglaufen nichts bringt. Er muss in sein Herz schauen und in sich selbst einen Kontinent aufbauen." aus: Die Sache mit dem Ich von Marc Fischer. Sätze aus der letzten Geschichte, aus der letzten Reportage und…

Blickwinkel

"Er sucht nach der [Brille], die ihm etwas zurückgibt. Ein Gefühl, einen Geschmack, eine Erinnerung. Er suchten seinen ihm eigenen Blick für die Dinge." aus: Die Sache mit dem Ich von Marc Fischer…

nicht gesucht und doch gefunden

Ich weiß nicht, ob ich an Schicksal glaube. Das ist ein großes Wort. Aber ich glaube daran, dass einen die richtigen Dinge schon finden. Hart dafür arbeiten, groß denken und träumen, aber dann auch gut sein lassen, denn sonst wird es verbissen und das macht nie Spaß und darf keine Grundlage sein. Für gar nichts im Leben. Die Kunst des Feldspiels hat mich gefunden. Auf ganz wunderbare Weise. Und ich glaube, das musste so sein. Es war quasi Schicksal. Nora hatte davon geschrieben, so viele, die ich mag, mochten es. Ich wusste, dass es um Baseball geht und das lies mich an…

verloren

"Menschen, die irgendwas machen, was die meisten anderen nicht machen." "Der Blick, der mich an meine eigene Verlorenheit erinnert hatte, als ich fünfzehn war. An das Ausgeliefertsein an die Erwachsenen, obwohl man selber grade damit anfing, sich die Welt einzurichten." aus: Die Sache mit dem Ich von Marc Fischer…

von Anfang an: gut

Es ist doch niemals von der ersten Sekunde an gut. Da muss man die Erwartungen schon herunterschrauben. Ein wenig Zeit geben. Es braucht eben ein wenig, bis man warm wird miteinander. Auch bei Büchern. Gerade bei Büchern. Ein paar Seiten sind nötig, um anzukommen. Im Buch, in der Geschichte und der Sprache, die immer wieder eine andere ist. Beim Vorwort gilt es sowieso ein Auge zuzudrücken. Die Bedeutung desselbigen hat sich mir sowieso noch nicht erschlossen. Ich kaufe ein Buch, weil sich der Klappentext gut liest, weil mir jemand gesagt hat, dass es ein gutes ist und auch oft weil…

intensiv

"Was also ist es, das einen Augenblick intensiv macht? Das Herzeigen oder das Verbergen? Das Blitzlicht oder das Dunkle? Die große Bühne oder der blickdichte Vorhang? Was gibt unseren Momenten Gewicht? Und was lässt sie, andersherum, leicht werden, so leicht, dass sie nur flüchtig an uns vorbeiziehen, obwohl wir sie doch eigentlich gerade erleben? Wann verpassen wir einen Augenblick? Rinnt er uns durch die Finger, wenn wir ihn tatenlos vergehen lassen? Oder entwischt er uns, gerade weil wir krampfhaft versuchen, ihn festzuhalten? Wird unser Leben gelebter, bedeutender, einzigartiger und erfüllter, wenn wir pausenlos darüber sprechen, es kommentieren, es abfotografieren, beschreiben,…

die Sache mit der Ehe

Das überhaupt Schönstmöglichste und Ehrlichste und Klarste über die Ehe gelesen: "Der Sinn der Ehe ist nicht mehr aus früheren Vorgaben zu beziehen, vielmehr wird es zur Aufgabe der Beteiligten selbst, ihr Sinn zu geben, mit ihr wiederum dem Leben: Beispielsweise, um im Anderssein, das einer für den Anderen ist, eine größere Spannweite des Lebens zu erfahren, sich wechselseitig eine Ressource, eine immer neue Quelle von Kraft zu sein, ein Schutz um mit den Stärken des Einen die Schwächen des Anderen abzuschirmen, ein Ansporn, um sich weiterzuentwickeln und Dinge gemeinsam zu verwirklichen, ein Ärgernis, um negative Energien beieinander loszuwerden, ein…

der ewige Zweifel

Das Zweifeln und Zaudern ist ein Teil von mir. Das ewige Hinterfragen. Und es gibt zwei Bücher von zwei Frauen, die ich beide sehr mag. Zwei Zweiflerinnen. Vielleicht liegt es daran. Ein Jahr - ein Leben und Ob ich das schaffe. Zwei Zweiflerinnen und dabei zwei großartige Frauen. Die den Zweifel als treuen Begleiter nehmen, als etwas, dass sie besser werden lässt, weil es zum Hinterfragen zwingt. Zum Hinterfragen des eigenen Tuns, zum Hinterfragen von sich selbst. "Der andere Weg zum Erfolg" ist der Untertitel des einen und vielleicht gilt er aber auch generell. Im Zweifel für den Zweifel.…

das muss nur ganz kurz noch gesagt werden

Was ich so bewundere: Wen jemand genau die Worte findet und den Kern der Sache trifft, während ich herumlaviere und noch mitten am Suchen bin. Nina Pauer ist so eine. Ich mochte schon ihr Buch "Wir haben keine Angst: Gruppentherapie einer Generation" sehr, weil es dieses behütete Phänomen so auf den Punkt bringt. Und auch wenn mir Generationengerede sonst missfällt, Nina Pauer, die darf das. Und dann dieses Buch. Über das Kommunnizieren. Kennt man. Aber dass es vielleicht anders geworden ist, so überbordend, so zu viel, dass es manchmal gar nicht mehr um das miteinander kommunizieren, sondern um etwas darüber hinaus…